Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2969669-2969919-2969921--1558-2976162- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
18 schichte als unparteiischer Nichterill iiber das Thun und Lassen der Menschen unnachsichtlich an die Leite der scheußlichsten Verirrungen und Geistesepidemien ' aller Zeiten gesetzt werden muß. Schreitet die Negierung gegen diese Bewegung nichij mit derselbe» Strenge ein wie gegen die sozialistische, so wird sie sich selbst unberechenbare Nachteile bereiten, denn dem Fanatismus läßt sich nicht mehr Halt gebieten, wenn es einmal zu spät ist!" — Herr Professor llirdjoiu hat in der Versammlung der Naturforscher und Acrzte in Strahburg in seinem Vortrage nbep Acclimatisation es ausgesprochen, daß die Juden einzig und allein von den Weijßen in den südtropischen Gebieten gedeihen wie überall. In der Reihe der Acclimatisationsfähigkeit nehmen die Deutschen den letzten, die Juden den ersten Rang ein, dazwischen liegen Nordfranzosen, Provenzalen, Spanier, Portugiesen und! Malteser. — Das statistische Bureau i» Berlin berichtet, daß seit dem Jahre 1850 die Geburten bei den Inden in Preußen abgenommeu haben. Nachfolgende Anzeige, die im Leipziger Tagblatt gestanden haben soll, scheint auf günstigere Verhältnisse in wachse» nach dieser Richtung schließen zu lassen. „Unseren lieben Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß uns heute ein munteres Mädchen, das neiinuiidzivanzigste Kind, geboren wurde. Leipzig, 25. Oktbr. 1885. Hermann Ziliak und Maria Ziliak, geb. Friedmann." — Mittelst Dekret vouj 12. Oktober 1885 hat das Staatsniinisterium die Genehmigung zur Konstitllirung einer rechtlich anerkannten Gemeinde in (khemiiih gegeben. — In Pcichknan bei Wien starb der königliche ungarische Sectionsrat Morih Gans von Hidally. ein Jude. Er hatte um das Zustandekommen einer Versöhnung zwischen Oestereich und Ungarn große Verdienste und wurde in den erblichen Adelstand erhoben. — In Lcmbelg starb der älteste Jude daselbst, Herr iBolff Bubs, im Alter von hundert Jahren. — Am 7. November feierte Herr Rabbiner Hahn i» Damborlchih sein 25 jähriges Amtsjubilänm. — Zum außerordentlichen Professor an'lder Wiener medicinischen Fakultät wurde Herr Dr. (Oltro ernannt. — In Uehpelk wurde der Grundstein zu einer neuen Synagoge gelegt. — Am 17. Novbr. wurde in Wien die Grundsteinlegung des neuen Tempels der Türkisch-Israelitischen Gemeinde in feierlicher Weise begangen. Die Gemeinde wurde in Wien im Jahre 1736 gegründet. — Durch die jüdische Presse geht die falsche Mitteilung, daß Prof. Pohling von Juden herstamme. Allerdings genoß er den Unterricht ensts jüdische» Privatgelcheten, L. Lceler in iUjcinc. — In Grohniardein hat die^ verstorbene Frau Anna Kingcr ein Haus im Wertste von 50 (XX) fl. dem I israelitischen Franenverein daselbst lctztwillig hinterlassen. — Den Cyclus der! Vorträge im Vereine zur Verbreitung der Wissenschaften des Judentums „Alibe Zestuda" in Prag erösfnete am 7.. November Herr Dr. Jacob Tauber» Bezirksrabbincr in i-ilis. Er besprach in einem nach Form und Inhalt ausgezeichneten Vortrage „die Entstehungsgeschichte der Sprüche der Väter". Der Vortragende erchies quellenmäßig, daß die die Entwickelung des Traditionsgedankens betonenden Sesttenzen des I. und II. Abschnittes ihre Spitze gegen den Stabilismus der wortgläubigen Sadducäer und Boäthusier, deren vollständige Bekämpfung in den Zesten R. Jochanan b. Sakai des jüngsten Schülers Hillel's erfolgte, richten. — Dejr Verein „Altmünnerklnb" in Prag, den wir mit seinen Bestrebungen gegen de» Fortschritt innerhalb des Jndentnms einzutreten, gleich bei seinem Entstehen als „Altweiberklub" bezeichneten, soll nach kaum anderthalbjährigem Bestehen aufgelöst werden. Ruhe seiner Asche! Dagegen/wurde auf Anregung des Herrn Ä. U. Dr. Triedrich Puscheiirs in Prag ein „Central-Verein zur Pflege jüdischer Angelegenheiten" gegründet — Laut ministeriellen Erlasses vom 1. Juni