Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 22 (1902)
- Issue
- Heft 11 (November 1902)
- Date
- 1902-11-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2969669-2969893-2969904--6739-2976090- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Dr. AVolf BES Populär-wissenschaftliche zur Belehrung über das Judentum für Gebildete aller Konfessionen. Organ des Mendelssohn- Vereins in Frankfurt a. M. ‘I Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten des In- und Auslandes. - - ■ ' -— .—=— , .' -7--: ' 22. Jahrgang. Frankfurt a. M., November 1902. Kummer 11. J Me geistige Kultur der semitischen Wölker. =***■; ’ Am 6. Februar 1901 hielt Herr Lic. Justus Köberle vor einem j von Gebildeten in Erlangen über das in der Ueberschrift genannte Thema MG: Vortrag, der in der Schrift gleichen Namens (Leipzig A. Deichertffche Verlagsbnch. Handlung) im Wesentlichen enthalten ist. In einer Zeit in der die AufmerkfamKit-E den Semiten mehr denn je zugewendet ist, verdienen derartige Ausführr ''' erhöhte Beachtung, weil man in den noch gebildet sein wollenden P schichten den verkehrtesten Urteilen über die Semiten im Allgemeinen und über die Juden insonderheit begegnet. Hier möge nun Einiges folgen, was die Semiten am,-! meisten charakterisiert. Allen Semiten schreibt der Verfasser eigne gewisse Wieder«: spräche des Charakters und Einseitigkeiten der seelischen Begabung zu, welche Größe auf einzelnen Gebieten ebenso erleichtern als gleichmäßige Ausbikdnng aller Seiten unmöglich machen. Vor allem begegnet uns fast überall große Leiden» : schaftlichkeit, glühend heißes Gefühlsleben, verbunden mit einem überaus scharfe» nüchternen Verstand, der ebenso aufs Praktische gerichtet, wie zu starker Abstraktion fähig ist. In Sprache, Auffassung der Natur, in der Fragestellung der WektW^ schauung, überall gewahren wir die Neigung, alle Dinge in Beziehung aus daS eigene Ich anzusehen. Die Fülle und unbewußte Notwendigkeit lebhaften EmpGchnG"