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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1902-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1902) · p. Seite 186

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
22 (1902)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1902)
Date
1902-07-01
Page
Seite 186 (sequence 42)
Language
German
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186 bereichert worden, die der Architekt Durighello in Dan, dem alten Lais der Bibel, entdeckt hat. Es sind Bronzestatuetten, die zweifellos jene von den alten Hebräern gemachten Götzenbilder vorstellen, von denen in der Bibel so oft die Rede ist. Bei seinen Ausflügen in die Umgegend des Houleh-Sees in der Nähe des Grabhügels von Tel-El-Kadi Durighello Ruinen, deren formlose Steine Brandspuren trugen. Er stellte daraufhin Ausgrabungen an, die zunächst erfolglos blieben, aber von Leuten des Landes, mit denen er in Beziehungen' stand, mit mehr Glück fortgesetzt wurden. Dabei kamen mehrere Bronzestatuetten zu Tage. Nach der Bibel hatte sich der hebräische Stamm Dan in Lais niedergelassen und nach der Ansicht bedeutender Geographen und Historiker bezeichnet Tel-El-Kadi die Stelle des alten Lais, das in der Folge Dan genannt wurde. Die Entdeckung hat eine besondere Bedeutung, weil ähnliche Statuetten, die die semitischen Züge so rein und charakteristisch aufweisen, bisher in keiner anderen Sammlung zu finden sind. Am interessantesten ist die Statuette des Gottes Baal und der Göttin Astarte (Aschtaroth). Die Haare der Astarte sind, wie üblich, geflochten; auf dem Haupte trägt sie einen Schmuck der wie eine Krone aussieht. Baal hält in einer Art von Herrschergeberde die Unterarme im rechten Winkel gegen den Oberarm erhoben. Astarte hat dagegen in demütiger und resignierter Haltung die Arme über die Brust gekreuzt. Das Metall weist deutliche Brandspuren auf. Die größte Statuette ist 37 Centimeter hoch. — Eine erzbischöfliche Urkunde, in der ermahnt wird, der Ehre und der Würde der Inden nicht zu nahe zu treten, wird im „Bert- Tagebl." (3. 7.) der Vergessenheit entrissen. Die Urkunde ist in zwei Steine gehauen und in die südliche Mauer der Schatzkammer des Kölner Domes eingemauert. Ausgestellt hat sie Erzbischof Engelbert II. von Falkenburg, (1261—1275), der den Juden die von Erzbischof Konrad verliehenen Privilegien bestätigte und erweiterte. Die in lateinischer Sprache verfaßte Urkunde beginnt mit den Worten: „Wir, Engelbert, von Gottes Gnaden Erzbischof der heiligen Kölnischen Kirche, thun Allen zu ewigen Tagen kund: Da Wir vernommen haben, daß die Juden, welche in Unserer Diözese wohnen, auf eine ungerechte Weise behandelt werden und viele Unbilden zu erdulden haben, so wollen Wir und befehlen, daß denselben ihre vorigen Freiheiten, die unten näher bezeichnet sind» und welche denselben mit Gutheißung und Genehmigung des Domkapitels und unserer Vorfahren sowie durch Beirat Unserer Getreuen verliehen waren, wieder zuerkannt werden sollen." Unter den Freiheiten befindet sich auch die des ungehinderten Bestattens der Leichen der Juden auf dem jüdischen Kirchhofe. „Für die Zulassung der Leichen", so heißt es wörtlich, „darf nicht die mindeste Zollabgabe verlangt oder erpreßt werden, und sollten auch die Toten in ihrem Leben ein Verbrechen, welches es auch sein mag, begangen haben. Auch wollen Wir, daß kein Beamter oder Richter Unseres Erzbistums, wer es auch sei, weder auf gemeldetem Kirchhof, noch an einem demselben benachbarten Orte ein Todesurteil weder an dem Leibe eines Christen noch auch eines Juden darf vollziehen lassen, damit der Würde der Jude»

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