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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1902-06-01 · Heft 6 (1.6.1902) · p. Seite 144

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
22 (1902)
Issue
Heft 6 (1.6.1902)
Date
1902-06-01
Page
Seite 144 (sequence 24)
Language
German
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"rri^|W‘1r-<v* .» **3 »-T M y T;WW -7 “ - > 1 — 144 — männisches Genie derart auszeichnete, daß ihm als 21jähriger Jüngling der Bau einer Zweigbahn der Warschau-Petersburger Linie übertragen wurde. Einige Jahre später übernahm er zusammen mit Kronberg den Bau der Tiraspoler Bahn, um dann schon ganz auf eigene Rechnung die Lodzer Fabriksbahn zu bauen. 1869 baute er die große Libauer Bahn so billig, daß die Regierung ihm den Bau der Brest-Moskauer Linie und dann den eines 2500 Kilometer langen Eisenbahnnetzes, welches das schwarze Meer mit der Ostsee verbindet, übertrug. Endlich baute er 1882 gemeinschaftlich mit dem Grafen Wielopolski die Kohlenbahn von Jvangorad nach Dombrowo. Daneben begründete Bloch die Warschauer Commerzbank sowie die Warschauer Feuerversicherungs - Gesellschaft. Das Vertrauen der russischen Regierung zu Bloch's finanziellem Genie war so groß, daß alle russischen Finanzminister sich in schwierigen Angelegenheiten bei ihm Rat holten. Dieses große Vertrauen verdankte er neben seinen praktischen Erfolgen in erster Reihe seinem großen Wissen auf den Gebieten des Eisenbahn- und Finanzwesens. Seine erste große Schrift über die Kosten der russischen Eisenbahnen brachte ihm 1875 die große goldene Medaille des Pariser graphischen Kongresses ein. Für sein zweites, im gleichen Jahre erschienenes Buch über den Einfluß des Eisenbahnwesens auf die ökonomischen Zustände in Rußland wurde er zum wissenschaftlichen Beirat im Finanzministerium ernannt. Außerdem hat Bloch weitere 7 Werke über hochwichtige finanzielle und ökonomische Fragen geschrieben, von denen aber keines eine solche Berühmtheit wie sein großes Werk „Die Kriege der Zukunft" erlangt hat. Den Juden, denen er als unreifer Jüngling einmal den Rücken gekehrt hat, bewahrte er bis zu seinem Lebensende ein treue Anhänglichkeit und er suchte mit seinem ganzen Einflüsse ihr Los nach Kräften zu lindern. Bekannt ist sein an statistischem Material so reiches Memorandum über die Judenfrage, in welchem er den großen Wert der Juden für das gesammte russische Reich unwiderleglich nachgewiesen hat. — — In der Hafenstadt Hongkong befindet sich eine zahlreiche Sekte, deren Angehörigen von arabischem Typus sind und von den Chinesen „Windu" genannt werden. Ihre Frauen zeichnen sich durch Sauberkeit, Fleiß und sittliches Betragen aus. Die Männer sprechen untereinander spanisch, jedoch werden die Kinder auch im'Chinesischen und Persischen unterrichtet. Der Unterricht erfolgt aber nicht in Schulen, sondern jeder Familienvater unterrichtet seine Kinder selber. Das einzige Jüdische an ihnen ist, daß sie am Sabbath, an dem sie, wie an jedem anderen Tage arbeiten, ein Festgewand anlegen und am Rosch haschonah und Sukkoth in die Posaune blasen. Inhalt: Jüdische Poesie. — Die jüdische Renaissance in Amerika (Schluß). — Neujüdifche Stimmen über Jesum Christum (Fortsetzung). — Dr. Simon Stern über den Talmud. — Monatsschau. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber vr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.

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