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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-12-01 · Heft 12 (1.12.1901) · p. Seite 282

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 12 (1.12.1901)
Date
1901-12-01
Page
Seite 282 (sequence 18)
Language
German
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[ ' ' ' ' I — 282 - sicher waren. Und daß wir dessen bedürfen werden, dafür wird der agrar-klerikale - Heerbann, der unter liberaler Flagge manchen Schlag gegen Freiheit und Gleichheit! zu führen gedenkt, schon reichlich sorgen. — Bekanntlich hat Richard Wagner seine Schrift „Das Judentum in der Musik" der Gräfin Marie Nesselrode gewidmet. Eine merkwürdige Ironie der Geschichte will es nun, daß ein Enkel dieser Gräfin Nesselrode, jener hochsinnige Graf Heinrich Coudenhove ist, dessen Schrift „Das?•’. Wesen des Antisemitismus" sich geradezu zu einer Verherrlichung des Judentums s gestaltet. — Am Vorabend des Neujahrsfestes, unmittelbar vor dem Abendgottesdienste, beging die jüdische Gemeinde Salzburgs die Einweihungsfeier ihres ersten, l eigenen Gotteshauses. Die eigentliche Weiherede hielt Herr Rabbiner Dr. I. i Krengel. Er zog eine Parallele zwischen der Feier des Neujahrsfestes und der Einweihungsfeier eines Gotteshauses und zeigte, welche Vorsätze man fassen muß, um beiden Feiern gerecht zu werden. — Die französische Regierung hat das im k letzten „Salon" ausgestellte Gemälde von Lewy-Dhurmer, „Die Blinden" darstellend, r für das Museum des Luxembourg erworben. Ebenso die vollständige Sammlung s der „Jüdischen Scenen" von Alfons Lewy. — Man schreibt uns: Der hochgeschätzte I Großrabbiner von Frankreich Herr Zadoc-Kahn wurde zum Offizier der Ehrenlegion | ernannt. — Demnächst wird im Louvre-Museum in Maris der Adolfe de Rothschildl Saal eröffnet werden, welcher bestimmt ist, 87 der wertvollsten Gegenstände aufzus' nehmen, welche der Baron testamentarisch dem Louvre vermacht hätte und für deren; artistische Unterbringung und Instandsetzung eine Summe von 250 000 Francs r angewiesen wurde. — Das zweihundertjährige Jubiläum der Synagoge von Bevis 1 Marks in London ist die Veranlassung zu einer äußerst lehrreichen und } interessanten Schrift des Rabbiners der portugiesischen Gemeinde in London, v ' Dr. Gatter. In dieser Schrift erzählt Dr. Gaster, gestützt auf die im Archiv der Synagoge von Bevis Marks vorhandenen Quellen, die Geschichte der sephardischen Gemeinde Londons. Als Spanien auf der Höhe seiner Macht angelangt, die Juden zwang, entweder Christen zu werden oder auszuwandern, wandte der charakter- und glaubenstreue Teil der spanischen Juden ihrem bisherigen Vaterland den Rücken, um in fremdem Lande eine Stätte zu finden, an der sie nach den Gesetzen der Väter leben durften. Daß dieser Teil der Juden trotz der mannigfachen Gefahren, welche ihnen im Auslande drohten, das bessere Los hatte, zeigte die blutige Geschichte der Marannen. Diese, von dem Glanze des spanischen Lebens geblendet, hatten gehofft, durch ein Scheinchristentum sich der spanischen Nation assimilieren zu können. Härter als durch die Kerker und die Scheiterhaufen der Inquisition konute ihre Charakterschwäche und Verblendung nicht bestraft werden. Die Emigranten hatten unterdessen in London ein Asyl gefunden und mit der Gründung der Synagoge von Bevis Marks den Grund zur jüdischen Gemeinde in London gelegt. Die junge, glaubensstarke Gemeinde in London wurde bald ein Hort für alle verfolgten Stammesgenossen. Es wurde eine Kasse zur Auslösung

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