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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-07-01 · Heft 7 (1.7.1901) · p. Seite 149

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 7 (1.7.1901)
Date
1901-07-01
Page
Seite 149 (sequence 5)
Language
German
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149 Manchem von uns in dauernder Erinnerung blieb, hat die Zeitschrift jenes Vereines zu einer hochinteressanten Specialität gestaltet. Es wäre ein Gewinn für unser Vorhaben, wenn wir Dr. Grunwald's Mitwirkung bei demselben zu sichern vermöchten. Diese lebhaften Bemühungen vieler Gemeinden und Gelehrten haben neben ihrer wissenschaftlichen Bedeutung sehr greifbare praktische Zwecke, wie dies durch die Publikationen unseres Dr. Bloch und des protestantischen Theologen Strack über die Blutbeschuldigungen unwiderlegbar erwiesen ist Trotz Polna und Könitz giebt es, dank diesen Streitschriften, selbst in antisemitischen Kreisen kaum mehr einen Gebildeten, der nicht von den urkundlichen Gegenbeweisen Kenntnis zu nehmen genötigt war. Der historischen Forschung allein ist es zuzuschreiben daß „die Wahrheit unterwegs" ist. Auch das darf wohl als ein praktischer Zweck angesehen werden, wenn die jüdische Jugenderziehung durch geschichtliches Material erweitert und vertieft ivird. In Frankreich und Deutschland werde», alle Schulgegenstände, auch die Realien mit patrivtisch'geschichtlichem Material durchtränkt» — der Erfolg dieser Methode ist nicht zu verkennen. Wir Juden, insbesondere wir in Österreich, hätten es sehr nötig, unsere Jugend durch die Kenntnis jüdischer Geschichte zu jener Selbstachtung zu erheben, welche unentbehrlich ist, um in der großen und kleinen Welt ums Dasein erfolgreich zu kämpfen. Will man endlich auch bei uns an die historische Arbeit herantreten, so muß ein Mittelpunkt, ein Kristallisationskern geschaffen werden, da man auf die Einzelthätigkeit ohne systematische Führung sich wenig verlassen kann. Diese Notwendigkeit gilt nicht nur für uns; sie wird auch in bedeutendsten Gemeindewesen als unvermeidlich betrachtet. Daher haben bereits viele Staaten die historische Quellenforschung unter die Aegide besonderer historischer Commissionen gestellt, deren Thätigkeit sich abseits der Akademien und Universitäten vollzieht. Auch in Österreich ist man endlich dahin gekommen; das Statut der neubegründeten historischen Commission ist in der „Wiener Zeitung" vom 10. November 1900 veröffentlicht. Eine historische Commission für uns Juden in Österreich zu begründen, ist keine leichte Sache; dieselbe muß mit Vorbedacht und Umsicht vorbereitet werden. Es kommt Alles darauf an, daß die richtigen Personen gefunden und die ihnen zugeteilten Aufgaben richtig gestellt werden. Um solche Vorbereitungen zu treffen, um ein fachgemäßes Programm zu entwerfen und ihnen richtige Vorschläge zu erstatten, bedarf es gründlicher Vorverhandlungen, die weit über den Rahmen einer Vorstandskommission hinausreichen. Aus diesem Grunde schlägt ihnen die II. Sektion die Bestellung einer Vorcommission vor. Die Anträge der II. Sektion lauten folgendermaßen: Der Vorstand beschließt, ein Comitee einzusetzen, beziehungsweise eine Bor-

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