Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1901)
- Date
- 1901-06-01
- Page
- Seite 143 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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143 gegen die selbst ein edler Fürst wie Karl von Hohenzollern vergebens ankämpfte, der seiner Regierung gegenüber in dieser Angelegenheit sich machtlos erwiesen. Und als endlich tut Berliner Vertrage Rumäniens Unabhängigkeit erst ans Grund des Punktes „Gerechte Behandlung der Juden" von den Mächten Anerkennung fand, wurde auch dieser Paragraph des Vertrages schlau umgangen und gab Anlaß zu ausgesuchten Plackereien, die die Lage nur verschlimmerten. Eine arge Wendung nahm die Lage der Juden in Rumänien seit dem Jahre 1879, als in Berlin der Antisemitismus auf die Bildfläche trat, was auch den rumänischen Vertreter in Berlin veranlaßle, im September 1879 nach Bukarest zu berichten, daß die Stimmung für Rumänien eine günstigere geworden. Von dieser Zeit ab hatte Rumänien mit einem ernsten Widerstand von Seiten der Cabinette nicht mehr zu rechnen, da sich keine der Mächte mehr um die Lage der Juden in Rumänien kümmerte. Die Schilderung der Zustände der Juden in Rumänien von diesem Zeitpunkte ab gehört zu den traurigsten Blättern in der Geschichte der physischen und psychischen Bedrückung der Juden. Wir empfehlen die Schrift des Herrn Julius Plotke auf's angelegentlichste. Möge die Lectüre dieser wahrheitsgetreuen Darstellung die Herzen entflammen, um mit Liebe und Begeisterung für unschuldig verfolgte Menschen einzutreten, die in Bezug auf Bildung und Gesittung zum mindesten ihren anderen Mitbürgern gleichwertig sind. — Einleitung in den Talmud von D. Hermann L. Strack, Prof, der Theol. an der Univ. Berlin. 3. Aufl. Leipzig. I. C. Hinrich'sche Buchhandlung 1900, gr. 8°, VI u. 136 Seiten. Mk. 2.50. Man sagt nicht viel, wenn man Prof. Hermann Strack's Wirken auf dem Gebiete der jüd. Wissenschaft „Herkulesarbeiten" nennt. Die Verve, mit der Prof. Strack seine Schriften stets anfertigt, sind nicht blos Bereicherungen der jüdischen Litteratur, sondern Schätze, in denen Laien, wie Gelehrte, Belehrung finden. Auch jetzt liegt uns eine an Kenntnissen eben so reiche, als für jedermann sehr nützliche Arbeit vor. Prof. Strack stellte sich in diesem Werke die große und schwere Aufgabe, alle diejenigen, welche, auch ohne Kenntnis der Sprache des Grundtextes, über den Talmud, oder irgend einen Theil seines Jnhalt's, Aufschluß zu erhalten wünschen, reiche Belehrung zu bieten. Und das ist auch dem sehr gelehrten Verf. vollends gelungen. Der Talmud im Ganzen und Großen, wird im Einzelnen, objectiv, belehrend und so sehr leichtfaßlich erklärt, so daß man ohne jene Anstrengung im großen Labyrinte des Talmud reiche Kenntnisse gewinnt. Recht wissenschaftlich sind in diesem Buche noch die Aufsätze „Zur Geschichte des Talmuds" (S 46) und „Zur Charakteristik des Talmuds" (S. 93). Der Vollständigkeit wegen, sind zu pag. 124 nachzutragen: Bernfeld „Der Talmud," 1900, (120 S.), Lothringer „Der Talmud in Wort und Bild," 1900, (87 S.) und Stern „Lichtstrahlen aus dem Talmud" (Leipzig, Phil. Reclam 76 S.). — Indenthum im neunzehnten Jahrhundert. Von Dr. S. Bernfeld. Berlin, Verl. Siegfried Cronbach 1898, gr. 8°, VI und 167 <S Die große Verlagsbuchhandlung Siegfried Cronbach in Berlin hat es unternommen, eine