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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1901-05-01 · Heft 5 (1.5.1901) · p. Seite 98

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
21 (1901)
Issue
Heft 5 (1.5.1901)
Date
1901-05-01
Page
Seite 98 (sequence 2)
Language
German
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98 nicht im Stande, diese Tugenden zu erzeugen, und zu befestigen, was die Bürgerkriege, die blutigen Religions- und Parteikämpfe innerhalb aller Nationalitäten hinlänglich beweisen. Es ist die jüdische Rasse, die jüdische Tugenden sind Rassen-Jnstinkt, das heißt, sie sind keine Tugend, sondern blinde Notwendigkeit — so wird von anderer Seite behauptet. Dabei vergißt man, den Schluß zu ziehen: Wenn Rassentugenden berechtigt sind, muß auch der Rassenhaß berechtigt sein, da denn doch beide der blinden Notwendigkeit entstammen. Dabei bekomiyt die Moral ein Loch, durch welches die ganze Zivilisation durchschlüpft. Zum Glück ist der Rassenschwindel in der Wissenschaft längst abgethan. Erkenntlich sind nur noch die drei Rassen, die weiße, die schwarze, die gelbe, die andern hat nach dem Talmud Sancherib so gemengt und gemischt, daß die einzelnen Exemplare nicht mehr herausgefunden werden können. In der zivilisierten Welt giebt es kein Land und kein Ländchen, das von irgend einer Rasse ausschließlich bewohnt ist. Sonst würden in jedem Lande und in jedem Ländchen alle die Rassentugenden, der Rassenhaß und alle die andern Rassenlaster gezüchtet durch die Reihe der Jahre, als eine wahre Höllenpein erscheinen. Am wenigsten kann aber bei den Juden von einer Rasse die Rede sein. Wer die Bibel und die Geschichte kennt, der weiß ja, was die Juden in verschiedenen Zeiten und Ländern für Völkerschaften und Dienerschaften in sich ausgenommen haben. Moses kennt keinen Rassenunterschied. Seine Gesetze laden alle Menschen ein, auch den flüchtigen Sklaven, sich in Israel niederzulassen und einzubürgern, ausgenommen waren blos die Ägypter jener Zeit, die Amoriter und Moabiter. Er verbietet die Ehe mit den sieben kananitischen Völkern nicht wegen der Rasse, sondern wegen der Religion: „Sie möchten deinen Sohn von Gott abwenden." Aber auch die späteren und spätesten Gesetzausleger im Judentum kennen keinen Rassenunterschied. So liegt uns eine Entscheidung von Moses Meimonides vor, die er im Falle eines Proselyten in Palästina traf, worin er entschieden erklärt und scharf betont, daß der Proselyt in seinen Gebeten wie der Israelit sagen solle: „Unser Gott und Gott unserer Väter", „der du uns geheiligt hast durch deine Gebote und uns befohlen hast," „der du uns abgesondert hast und uns erwählt zu deinem Dienste," „der du gegeben unfern Vätern dieses Erbe," „der du uns aus Ägypten herausgeführt," „der du Wunder gewirkt hast für unsere Väter" und dergleichen Gebete, ohne Rücksicht auf irgend eine Rasse oder Abstammung, da Abraham, insofern er seine Zeit genossen bekehrte und sein Haus in Gott belehrte, der Vater aller Nationen wurde, aller, die in seiner Lehre wandeln, deren Kinder und Kindes Kinder bis zum Ende aller Geschlechter Kinder Abrahams sind. Es giebt keinen Unterschied zwischen den natürlichen und adoptirten Kindern Abrahams, sie sind im Bunde alle gleich, wie es in der Lehre Mosis vielfach ausgesprochen ist: „Die Gemeinde, sie habe für euch und für den Fremden, der unter euch wohnt ein Gesetz, es sei

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