Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1901)
- Date
- 1901-11-01
- Page
- Seite 263 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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I - 263 - WeferaLe und Witteitungen. Die Inschriften des alten Friedhofes der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. W. Mit einer Einleitung von Dr. M. Horovitz, Rabbiner. Frankfurt a. M-, I. Kauffmann 1901. Der Herausgeber, der sich durch seine Geschichte der Frankfurter Rabbiner und jüdischen Aerzte verdient gemacht hat. veröffentlicht nun die bereits lange erwarteten Inschriften des alten Friedhofes, die für die Geschichte der Juden in Frankfurt nicht nur, sondern auch für die der Juden in Deutschland überhaupt ein interessantes, reiches Quelleninaterial bieten. Herr Chaim Maier Horowitz, ein durch Editionen von früher bekannter Hebraist hat im Vereine mit einem Hilfsarbeiter die schwierige Arbeit der Abschreibung besorgt. Herr Unna hat zu den Grabschriften ein Register angefertigt und von dem sei. Herrn Prof. David Kauffmann und Herrn Dr. Freimann sind Ergänzungen und Bemerkungen mitgeteilt, welche letzterem sich auch aus einer Vergleichung der Aufzeichnungen des Beerdigungs- und des Memorbuches ergeben haben. Die Inschriften sindchronologisch geordnet und mit der hebräischen, der allgemeinen Jahreszahl und der Nummer des Steines versehen. Die Grabsteine auf dem israelitischen Friedhofe sind fast durchweg aus rotem Sandsteine angefertigt und finden sich unter denselben nur wenige aus Granit. An mehreren ist auch ein Menschenbild zur Darstellung gelangt. In der Einleitung, der auch eine Uebersicht der Sterbefälle von 1624—1820 beigegeben ist, verbreitet sich der Herausgeber über die Geschichte des Grabsteines überhaupt. Die ältesten Grabsteine in Frankfurt stamnien aus der Zeit nach der ersten Judenschlacht 1241. Der Friedhof ist wie urkundlich feststeht (1b. Oktober 1316) wohlerworbenes Eigentum der jüdischen Gemeinde. 1829 wurde der Friedhof geschlossen. Unter 5930 Inschriften sind bei 522 die Jahreszahlen nicht mehr zu entziffern. Schon bei einer nur flüchtigen Lektüre der Inschriften hat sich uns Manches ergeben und lassen wjr hier vorerst nur einige Bemerkungen folgen: S. 750 .heißt es, es soll Kasriel für Basriel gelesen werden. Diese Verbesserung wäre eine Verschlechterung, da Kasriel ein häufig vorkommender Eigenname ist, was man von Basriel nicht behaupten kann. 4284 kann „Ungediftel", nicht Okriftel sein, da Heddernheim, wie zu lesen ist, indem man Mem für Samech setzt, als Ortsname beigegeben ist. Vergl. hierzu die richtige Schreibweise 1792: Chana die Frau des Josef aus Heddernheim. 414 ist Emden für K e m d e n zu lesen, welcher Name auch 308, 943 und sonst anzutreffen ist. 3685 ist Emden für Emdu zu lesen. 481 ist Elchanan Bachrach für Bachrar zu lesen, ein Name, welcher auch sonst 556 und 956 vorkommt. 290 ist wohl „Schwelm" für „Schnett" zu lesen, welcher Name sehr oft anzutreffen ist. 902 ist Weiler für Weilech zu lesen. Siehe 843 auch 942 muß Weiler gelesen werden. 1136 ist Darum für Daru zu lesen. Vergl. 2766, 3739,3801. Was soll das Fragezeichen 1204 bei den Initialen M. Sch., welche „Ausgang des Sabbats" bedeuten. 1447