Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Im ersten Kapitel wird der Text des Buches der Makkabäer - gründlich durchforscht und erklärt, daß die Behauptung, Jerusalem sei der Ort des MartM tumes der. Makkabäer, absolut auf keiner in dem Buche mitgeteilten ThatsachD beruhe. Die Verfolgung des syrischen Königs Antochius Epiphanes gegen die Juden war nicht auf die palästinischen Juden beschränkt, sondern erstreckte stch auch, auf die syrischen Städte, welche von Juden bewohnt waren. In Antiochien Wat eine starke jüdische Bevölkerung, wie Flavius Josephas bezeugt. Der biblische TeM sagt uns nun, daß die Verurteilung und Hinrichtung der Makkabäer durch Mt ' Tyrannen Antochius stattgefunden habe, und Daten, die S. Eminenz als hiftotis^ nachweist, geben an, daß Antiochus zu der Zeit allerdings nicht in Jerusalem DD konnte, aber gerade in Antiochien weilte. Ferner erklärt der Verfasser, daß HD Mutter mit ihren Kindern in syrischer Sprache den König anredet, während mit ihren Kindern und diese untereinander die National-Sprache sprechen. 2B8*«; die Gerichts-Scene in Jerusalem vorgekommen, so hätte gewiß >der Schreiber des" Buches der Makkabäer nicht besonders bemerkt, daß diese jüdischen GlaubenshelÄW ihre National-Sprache kannten. In Jerusalem wurden ferner die sieben makk bäischen Brüder nicht besonders verehrt, St. Augustinus wirft dies sogar, der» 5 Juden vor; und wenn Hieronymus uns das Grab der Makkabäer in Modin Diospolis angiebt, beruht auch dieses auf einem Irrtum. Es handelt sich, dort um das Grab, der tapferen Streiter, die mit Judas Makkabäus ihren Glauben und ihr Vaterland verteidigten. In Antiochien aber steht eine sichere Überlieferung über die sieben Makkabäer. St. Augustinus erwähnt die Basilika über dem Hra> der sieben Glaubenshelden, in welcher der aus Antiochien gebürtige JoWpW. Chrysostomus noch als Priester eine Homolie hält, und seine Zuhörer aussordW^ das Grab der Makkabäer zu besuchen. Seine Eminenz bespricht dann die alteD Jtinerarien und Martylologien, in welchen das Grab der Makkabäer immerch Antiochien angegeben ist. ' ' Im dritten Kapitel bestätigt der Verfasser durch Quellen-Angaben die^ . Antiochenische Tradition. Er erklärt, daß die Makkabäer im Cerateum, dem SDK den Juden bewohnten Stadtviertel, verurteilt, und auch begraben wurden, und in einer Höhle des Berges Stauris. Dort hatten die Juden eine Synagoge, später an die Christen überging und in eine Basilika umgewandelt wurde. Die Basilika wurde mit den anderen Gebäuden Antiochiens gegen die Mitte des sechsW. Jahrhunderts durch ein Erdbeben zerstört. Justinian wird wahrscheinlich gegi 551. die Überbleibsel der Makkabäer nach Konstantinopel übertragen haben, in einem Stadtviertel, Sice genanntz^eine Kirche zü Ehren dieser jüdischen GlavheM^ bekenner errichtete. Eine alte Jnschmt in der Kirche San Pietro in Vinculis erwähnt, der Papst Pelagius diese Basilika restauriert und bei der neuen Consecrasion dvr^l die Reliquien der Makkabäer beigesetzt habe. Auf historischem Gebiet liegt