Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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- 13 ist es, in seinen Zuhörern Begeisterung zu wecken, der Decandance unserer Zeit entgegenzuarbeiten. Aber der Prediger muß ein moderner, ein auf der Höhe der Zeit stehender Mann sein, kein einseitiger Schriftgekehrter, kein Bibelfreund der alten Schule. f Vielleicht geben diese Zeilen Anregung zu einem Gedankenaustausch bezüglich Reform des Gottesdienstes und der Jugendbildung. Wer hier mithilft, Stein aus Stein zu jenem Neubau zusammentragen, der jetzt ein dringendes Bedürfnis geworden, der wird sich den Dank all Derer erwerben, welche, nie Gegner, noch wahre Juden, aber den bestehenden Formen abhold, sich nach den Reformen sehnen die es ihnen ermöglichen, selbst der Religion der Väter treu zu bleiben und' ihxe Kinder dem Judentum nicht nur nominell, sondern als treue Anhänger erhalten zu sehen. - Woritz Hloserchaupt. Der 16.November ist für die deutsche K a n t o r e n w e l t ünerwartetzu einem Trauep- /; tag geworden. Kein Geringerer als Moritz Rosenhaupj, der geniale Oberfantckr - der israelitischen Kultusgemeinde zu Nürnberg hat -an diesem Tage für ewig seine , Augen geschlossen. Er ist als ältester von sieben Söhnen und einer Tochter am 14. März 1841 in Offenbach a. Glan — bayr. Rheinpfalz — geboren, wo sein Vater Lehrer war. Seine ersten kantoralen Studien machte er bei dem eminent tüchtigen Kantor Löwe in Straßburg, um später ein Schüler Sulzers zu werden, Er arbeitete stramm und studierte tüchtig, sodaß seine Thätigkeit in- und außerhalb , des Berufes bald eine derartige wurde, daß der selige Oberrabbiner Dr. Auerbach / in Bonn dem damaligen Kantor und Lehrer Rosenhaupt in Kochern a. d. Mosel den Chaber-Titel verlieh. Im Jahre 1864 wurde er zum Leidwesen seiner Gemeinde nach Speyer berufen und mit diesem Moment beginnt Rosenhaupt bedeutend werden. Er studierte bei -Professor Miß und bei Domkapellmeister Dr. Benz' Theorie und Contrapunkt und brachte es durch seine außergewöhnliche musikalische i Tüchtigkeit bald zu einer wunderbaren Höhe. Im Jahre 1879 erschien von ihm der Freitag-Abend-Gottesdienst. Den 42. Psalm komponierte er im Konzertftik,' ebenso einige hübsche Serenaden, Ouvertüren und dergleichen mehr. Nach 17jähriM erfolgreicher Thätigkeit in Speyer wurde er am 1. Juni 1881 als Oberkautor nach Nürnberg berufen. In dieser neuen- Stellung wirkte Rosenhaupt ebenso segensreich wie in den früheren und er verstand es durch seinen lauteren Charakters und sein liebevolles Wesen sich nicht allein die unbegrenzte Wertschätzung seiner . Gemeinde, sondern auch die Gegenliebe aller derer zu erwerben, die mit ihm jemals '