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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-12-01 · Heft 12 (1.12.1900) · p. Seite 288

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 12 (1.12.1900)
Date
1900-12-01
Page
Seite 288 (sequence 24)
Language
German
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288 bilden möge; und endlich 5. daß, unter Aufrechterhaltung des Sabbathgottesdienstes ein feierlicher Gottesdienst mit Predigt am Sonntag Vormittag eingerichtet werde, um Denjenigen, die nur diesen Tag ruhen können, Gelegenheit zu geben, das Gotteshaus zu besuchen und ihren religiösen Gefühlen Ausdruck zu geben. Auch der Religionsunterricht soll in einem der Neuzeit entsprechendem Geist erteilt werden und besonders die Ethik und Geschichte des Judentums wirksam behandelt werden, damit die Kinder die Macht und Schönheit des Judentums bewundern lernen. Die Konflikte zwischen Lehre und Leben, wie sie heute bestehen, sollen beseitigt werden durch eine Reform, welche keinegswegs eine Trennung herbei führen soll, sondern einen einigeren Anschluß an die Religion des Judentums. In dem Schlußworte des Pariser Schriftstückes wird auf die Reformbewegung in Deutschland hingewiesen, wo Abraham Geiger schon vor vielen Jahren eine fortschreitende Läuterung ' des Gottesdienstes forderte, der nicht dulden wollte die Klagen über die Entfernung von Palästina, die Bitten um Rückkehr, um Sammlung in Jerusalem, um Aufbau des dortigen Tempels, um Herstellung des Opferwesens. War Geiger es doch, der jenes wahre, noch heute zeitgemäße Wort sprach, daß Grund und Anlaß der Veräußerlichung des religiösen Lebens, der vielen beschränkenden Satzungen, in den Trümmern einer jüdischen Volkstümlichkeit, in der beabsichtigten Sonderung wurzeln, daß diese Beschränkungen in den Ländern schweren, bürgerlichen Druckes und geistiger Verfinsterung verzeihlich sein mögen, aber in freien und zivilisierten Ländern eine Lüge seien, die nicht geduldet werden dürfte. Hoffen wir, daß die Bestrebungen in Paris dem Judentume zur Ehre und zum Segen gereichen werden und daß die Resormbewegung daselbst den Jndifferentismus beheben helfe, der der größte Feind des Judentums und der beste unbewußte Verbündete der Orthodoxie ist, die das'Judentum in unserer Zeit würdig zu vertreten nicht im Stande ist. Inhalt: Die Erlösung des Judentums von Rechtsanwalt Dr. Blau. — Die Gesellschaft zur Verbreitung des Handwerks und des Ackerbaues unter den Juden im preußischen Staate von Dr. S. Nascher. — Was finden wir in der Bibel von Prof. Merger. — Die Kölnische Zeitung über Speisegesetze. — Unsere Gelübde von Dr. Biach. — Monatsschau. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Or. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Brvnner's Druckerei sF. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.

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