Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1900)
- Date
- 1900-10-01
- Page
- Seite 235 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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— 235 — und Ellmann für rumänisch. Hierauf sprach Dr. Max Nordan in meisterhafter Weise über die Lage der Inden, hinweisend ans das Wachsen des Antiseniitismns, der wie ein Steppenbrand um sich gegriffen, zu den schliminsten Befürchtungen Anlaß gibt. Die Juden sind von Bürgern zu Schutzjnden herabgesnnken meinte er, "die auf die Gunst der Behörden angewiesen sind. Zieht diese einmal aus irgend einem Grunde ihre schützende Hand von ihnen zurück, so stehen sie als Geächtete vogelfrei da. — Hinter der rumänischen Frage lauert die galizische und ganz im Hintergründe die russische. Was iverden wir, die wir mit den rumänischen Juden nicht fertig werden können, erst beginne», wenn die 760000 Juden Galiziens und die Millionen Juden von Rußland sich erst in Bewegung setzen? Gegen solche Gefahren hilft nur eine straffe Organisation. Redner sieht diese Organisation ausschließlich im Zionismus und schließt mit einem begeisterten Appell an alle Jude», namentlich an die Reichen, dem Zionismus beizntreten. Mr. L. I. Greenberg berichtet über die Lage in England, woselbst die Juden nicht nur de jure, sondern auch de facto emancipiert und auch gesellschaftlich gleichgestellt wären. Dr. Marmorek hat über die Juden in Rumänien berichtet, Dr. Menczl über die in Galizien, Herbst über die in Bulgarien, Dr. Schljaposchinckow über die im Kaukasus, Rabbiner Reines in hebräischer Sprache über die in Rußland, Dr. Kauffmann über die in Deutschland und Professor Gottheil über die in Amerika. Frau Professor Gottheil sprach über die zionistische Frauenbewegung in New-Jork. Am 2. Kongreßtage berichtete Mr. Clarence J. de Sola über die Juden in Kanada und Herr Oscar Marmorek über die Thätigkeit des Wiener Aktionskomitees. Am Nachmittage leitete Herr Dl. Mandelstamm die Sitzung. Nachdem Herr Rabbiner Rabbinowitz und G. Pineles gesprochen, wurde nach langer Debatte das Vertrauen zum Komitee ausgesprochen, dessen Bericht en bloc angenommen und Herrn Dr. Herzl der Dank des Kongresses notiert. Am 3. Kongreßtage sprach Dr. Malidelstanim über die Verbesserung der physischen Lage der Juden und Herr Dr. Bodcnheimer über „Organisation und Agitation". Hierauf trat ein Nesse Sir Moses Montefiores, Sir Francis Montefiore in deutscher Sprache für den Zionismus ein und ging mit den Juden im Westen scharf ins Gericht Verlesen ivnrde ein Schreiben von Bernhard Lazare, der am Schluß desselben seiner Gegnerschaft zur Idee des „Judenstaates" Ausgruck giebt. Mr. Joseph Cowen berichwt über die zionistische Bewegung in England. Der Antrag Friedmanns, den Kongreß nur alle zwei Jahre zu berufen, wurde abgelehnt. Herr Dr. Gaster hielt eine Rede über die moralische Aussichten des Zionismus und Herr Redakteur N. Sokolow aus Warschau sprach über Erziehung und Litteratur. Am 4. Kongreßtage wurde die Kulturfrage besprochen. Es waren heftige stürmische Debatten, die der Vorsitzende Dr. Herzl durch die Drohung, die Sitzung zu vertagen, gestillt hat. Die Kulturfrage wurde dann mit 120 gegen 105 Stinimen vvn der Tagesordnung abgesetzt, dagegen ivnrde eine Kommission eingesetzt, welche sich mit dem Jnslebenrufen von Handiverkerschulen, y uMfflQiUftffit&sci \i lafitioaaäti&L.