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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-09-01 · Heft 9 (1.9.1900) · p. Seite 201

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 9 (1.9.1900)
Date
1900-09-01
Page
Seite 201 (sequence 9)
Language
German
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"Jtf J*~ <*tt;f\ — 2öi — Der Jude Josephus, Flavins nach seinen Freilasser und Patron, dem Kaiser Vespasian, benannt, aus vornehmen, priesterlichen Geschlechte von väterlicher, von mütterlicher Seite sogar königlichen Geblüts, geb. 37 n. Chr. war, nachdem er zu Jerusalem in der heimatlichen Weise gebildet worden war, im I. 63 nach Rom gereist und hatte sich dort drei Jahre lang aufgehalten. Als zukünftiger Priester ward er frühzeitig in der jüdischen Wissenschaft, d. h. in der Kenntnis der Gesetze und Riten und des geistlichen Rechts, unterwiesen und hat, wie er erzählt durch sein ungewöhnliches Wissen schon als Knabe die Aufmerksamkeit der Älteren erregt. Er ging bei den drei Sekten: den Sadducäern, Pharisäern und Essenern in die Lehre, lebte ferner drei Jahre bei einem Büßer in der Wüste, um dann mit 19 Jahren in das öffentliche Leben einzutreten; er schloß sich den Lehren der Pharisäer an. Im Jahre 63 n. Chrwar er 26 Jahre alt mit einer Gesandtschaft nach Rom geschickt und löste seine Aufgabe mit Erfolg. Er hatte Gelegenheit gefunden sich der kaiserlichen Gemahlin Poppäa zu nähern nnd durch ihre Gunst die Freisprechung jüdischer Priester, die zur Verantwortung nach Rom geschickt waren, zu erwirken; noch wichtiger war ihm die Kenntnis der Hauptstadt und die Aneignung der griechisch-römischen Bildung, aus welchem Grunde auch die Söhne des Herodes, die für den Thron bestimmt waren, dort erzogen wurden. Als er in die Heimat zurückkehrte, hatte das Volk sich gerade gegen den Statthalter Gessius Florus empört und die vorsichtigere Aristokratie mit sich fortgerissen. Widerwillig und von der fanatischen Partei beargwöhnt übernahm Josephus die Leitung des Aufstandes in Galiläa und den benachbarten ebenfalls vom Aufstande ergriffenen Landschaften, die zum Gebiete Agrippa's II, gehörten, in Tiberias, Tarichäa und Gamala. Josephus begab sich mit zwei Priestern, dahin, er befestigte eine Anzahl von Städten und Plätzen und sammelte und ordnete das galiläische Aufgebot, dessen Kern 4500 Söldner bildeten. Freilich konnte er seine Rüstungen nicht ungestört ausführen. Bon Ptolomäus aus belästigten ihn die römischen Truppen, die dort zurückgeblieben waren; von der andern Seite ward er von der Streitmacht Agrippa's bedroht, besonders aber entstanden ihm, wie er erzählt. Streitigkeiten mit den Städten Tiberias und Sepphoris, und mit dem eifrigsten Anhänger des Aufstandes Johannes von Giskala, demselben Manne, der später einer der vornehmsten Führer der Juden in Jerusalem ward. Anfangs war dieser mit Josephus befreundet, bald aber suchte er ihn zu beseitigen und selbst deq Oberbefehl zu erlangen. Er beschuldigte ^hn, daß er das Land den Römern verrate, hetzte die Tiberienser gegen ihn auf mnd veranlaßte, daß von Jerusalem aus angeblich wider Wissen und Willen des /Volkes eine Kommission ausgesandt ward, um den Josephus abzusetzen Wahrscheinlich hatte an diesen Dingen, die wir nur aus dem sehr einseitigen Berichte oes Josephus kennen, auch die Haltung der Stadt Sepphoris einen bedeutenden Anteil; denn diese Stadt die größte in Galiläa, war in ihrer Mehrheit dem Aufstande abgeneigt, und es scheint, daß Josephus ihre ablehnende Haltung mit >

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