Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1900)
- Date
- 1900-08-01
- Page
- Seite 192 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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192 Erste was er in die Öffentlichkeit gab, jener, der genannte Heine-Anfsatz war, denn sein inniges Verständnis für Heine — dem übrigens zwei Prächtige Lieder gewidmet sind: „dem Dichter" nnd „dem Dulder" — beruht auf einer unverkennbaren Wahlverwandtschaft mit der Heine'schen Kunst. Doch weit entfernt, sich in eine bloße Nachahmung jenes zu verlieren, weiß er selbst diesem Heros gegenüber seine Dichterindividualität zu wahren. Diese Individualität erstreckt sich nicht nur auf sein Empfinden, seine Lebensauffassung und die poetische Form, die Sprache und Bilder: sein ganzes Wesen zeigt ein Suchen nach dem eignen Weg, den er wohl auch, wenn einst die gährende Jugendgewalt sich in ihm zur reinen Kraft abgeklärt hat, nicht verfehlen wird. Und nun noch ein Wort über die Stoffe des Dichters. Er hat sein Werk in drei Abschnitte eingeteilt. I. „Wanderung und Welt" mit dem Motto: „Leyer, Wanderstab und Sterne Führ ich neu im Wappenfeld, Und in dieses Schildes Kerne Siegt der Sonnenschein der Welt." I» diesem Abschnitt finden wir herrliche Naturlieder, unter denen einige Rheinlieder vollendet genannt werden dürfen; auch zeigt der Dichter in einigen kleinen Bildern aus dem Leben, daß ihm auch ein kerniger Humor zur Seite steht. II. „Mein Glück" mit dem Motto: „Ach was ist Glück, Von einem Mißgeschick Zum andern mir die kurze Pause." Daß des jungen Dichters Glück seine Liebe ist, versteht sich ja von selbst. i Neu ist jedenfalls hier die feine Art der Beobachtung und die intime Schilderung des Liebesglückes in seinen verschiedenen Stufen vom zarten Getändel bis zum höchsten Glücksgefühl. Hl. „Meine Kunst" mit dem Motto: „Was ist das ganze Künstlertum Als Werdegang und «StrebenV" Hier legt der Dichter sein künstlerisches Glanbensbekenntnis ab, das uus einen tiefen Einblick in seine hohe Auffassung von der Kunst und in sein Wollen und Streben gewährt. ><<i Dr. A. Wertheimer. __ ,' jfif. Inhalt: Shakespeares „Shylock " (Schluß). — Die „Heiligung des göttlichen Nanrens." — Moritz Oppenheim-Ausstellung in Frankfurt a. M. — Monatsschau. — Referate jif, und Mitteilungen. J