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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-08-01 · Heft 8 (1.8.1900) · p. Seite 178

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 8 (1.8.1900)
Date
1900-08-01
Page
Seite 178 (sequence 10)
Language
German
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178 So können die Gemälde „Dame. Besuch erwartend", „Harfner und Mignon" ganz besonders aber das berühmt gewordene Bild „Lavater, Mendelssohn und Lessing" als Hauptwerke des Künstlers bezeichnet werden. Allgemeine Aufmerksamkeit erregte die dem Philanthropin gehörende „Schulfahne", welche von dem Künstler zur Gutenbergfeier im Jahre 1840 gemalt wurde und die nebst den Bildnissen Geisenheimers und Börnes dem Kunstverein zur Verfügung gestellt worden war. Auch dir Freiherrlich Karl von Rothschild'sche öffentliche Bibliothek, die Loge zur ausgehenden Morgenröte, die israelitische Männerkrankenkasse, das Städel'sche Kunstinstitut, zahlreiche Private und eine Reihe hiesiger und auswärtiger Institute hatten die in ihrem Besitz befindlichen Werke zur Verfügung gestellt und so der Ausstellung die Möglichkeit geboten, Proben aus allen Perioden dieser Künstlerlaufbahn zu bringen. Indem der Kunstverein dem Besucher die Entwicklung eines liebenswürdigen, schaffensfreudigen, vor allen Dingen aber Humor- und gemütvollen Künstlerlebens gezeigt hat, darf er des Dankes aller Kunstfreunde gewiß sein. E. Gut. Wonalsfchau. Man schreibt uns aus Kerlin: Am 26. Mai vollendete der Herr Geheime Sanitätsrat Dr. Samuel Kristeller sein achtzigstes Lebensjahr. Herr Dr. S. Kristeller ist seit dem 21. Februar 1882 geschäftsführender Vorsitzender des „Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" gewesen. Er widmete länger als ein Jahrzehnt den größten Teil seiner Zeit und Kraft dieser Institution, die er aus geringfügigen Anfängen zu großer Ausdehnung und Blüte entwickelt hat. Mit reger Begeisterung, steter Unermüdlichkeit und klarer Einsicht hat er ihr die Wege gewiesen, in der „Friedrich-Wilhelm-Viktoria-Stiftung" eine umfassende Versicherungsanstalt für jüdische Gemeindebeanite gegründet, durch Einrichtungen zur Jugenderziehung, Ausbildung für Handwerk und technische Gewerbe, Krankenpflege für die materielle und sittliche Hebung der deutschen Judenheit Sorge getragen. Überall >var er bemüht, vor allem die ethischen Kräfte innerhalb des deutschen Judentums hervorzuheben und zu fördern, die innigste Verbindung zwischen Deutschtum und Judentum herzustellen. Außerdem war er wiederholt zu Gunsten der schwer bedrückten rumänischen Juden thätig und wirkte durch wissenschaftliche Vorträge für den Stipendienfond der Hörer der „Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums" in Berlin. Ein gründlicher Kenner der althebräischen Literatur und zugleich in hohem Grade dichterisch veranlagt, veröffentlichte er wiederholt poetische Übertragungen hebräischer Sinnsprüche und Epigramme sowie des „ethischen Traktats der

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