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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-08-01 · Heft 8 (1.8.1900) · p. Seite 176

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 8 (1.8.1900)
Date
1900-08-01
Page
Seite 176 (sequence 8)
Language
German
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176 macht, das wir bereit sind, mit Aufopferung unseres Lebens und unseres Vermögens sie zu vertheidigen, dann wird gewiß der Same, den wir ausstreuen auf einen fruchtbaren Boden fallen und Gottesfurcht in den Herzen der Unserigen wohnen. Wenn die israelitische Religion sich ungeachtet ihrer zahlreichen Feinde bis auf uns erhalten hat, so ist es, weil sie sich immer von Vater zu Sohn zwar entstellt aber unbefleckt und unentweiht erhalten hat. Je mehr Märtyrer in Flammen und Wasser sprangen, desto heiliger nnd ehrwürdiger schien sie den Übrigen, denn man sah dadurch, daß sie einen eigentümlichen Wert hat, den sie nicht von dem Vorteilen erborgt, die sie gewähren kann. Aus diesem Grunde heißen auch alle Opfer, welche man öffentlich zur Vertheidigung der Religion benutzt, eine Heiligung des göttlichen Namens. Mögen doch alle, welche den Namen Israel tragen, bedenken wie groß und erhaben der Beruf ist, den Gott den Israeliten gegeben; denn er sagt uns ausdrücklich: ich will geheiligt sein in der Mitte Israels. Möge doch jeder besonders vor den Augen aller Völker der Erde durch sich selbst zu zeigen suchen, daß die, welche sich mit Recht rühmen, im Besitze der reinsten Religion zu sein, auch der That nach Gott im Geiste und in der Wahrheit verehren, dann werden alle unsere nicht israelitischen Brüder ausrufen: wahrlich Gott hat Großes an diesen ausgeiibt und wir werde» endlich mit Freude ernten, was wir so lange Zeit mit Thränen gesäet haben. Amen. Woritz Oppenheim-Ausstellung in IranKfurt a. W. Moritz Oppenheim ist keiner unserer Größten auf dem Gebiete der Malerei, der sich über alle Schulen und Regeln erhaben fühlte. Aber in seinen Werken liegt eine große Summe von genialer Originalität. Das zeigte sich deutlich in der Ausstellung, welche der Frankfurter Kunstverein zu Ehren des 100. Geburtstages des Künstlers von Mitte April bis Mitte Mai veranstaltete. Von den ausgestellten Portraits sind eine ganze Anzahl als hervorragend zu bezeichnen. Besondere Erwähnung verdienen die Börnebildnisse, welche eine Hauptzierde der Ausstellung bilden. Sie zeichnen sich durch eine äußerst charakteristische Haltung des großen Denkers und eine unverkennbare Größe der Auffassung aus. Auch die Portraits der Familie Rothschild (aus dem Jahre 1836) sind von großem Interesse, sie bekunden eine frische Darstellung und wirken durch ihr lebhaftes Colorit. Besonderes Interesse erregt das Jugendbildnis des Freiherrn Willy von Rothschild, das viel Jugendsrische und Freude an heiterem Lebensgenüsse atmet. Das lebensvolle Bildnis Gabriel Rießers darf als eines der gelungensten bezeichnet werden.

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