Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1900)
- Date
- 1900-07-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Dr. Adolf Briill's Populär-wissenschaftliche Mon»tLl.lL1teS Zkjo ö zur Belehrnllg über das Judentum für Gebildete aller Konfessionen. Organ des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. M. Zn beziehen durch alle Buchhandlimgen »rud Postanstalten des In- und Allslandes. 20. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 1. Juli 1900. Kummer 7. Ahasver in Sage und Dichtung. Ein Vortrag von Ernst Müller- Wien. In der Kindheit des Menschengeschlechtes, als es »och keine Cnltnr und keine Philosophie, aber auch keine Culturentartungen und -enttäuschungen und keinen Pessimismus gab, war „Leben" das höchste Ziel des Lebens, ewig lebe» der höchste Aufschwung der Phantasie. Damals war das Beste, was man von den Göttern zu sagen »oußte, ja fast das Einzige, >vas sie von anderen Wesen unterschied, sicherlich . das eigentlich Göttliche, ihre Unsterblichkeit. Eine höhere Macht oder gar Allmacht war ja nicht alle» Göttern eigen, sittlich erhabener galten sie nicht, bevor man überhaupt sittliche Unterjcheidungskrast besaß. In allen Sprachen ist ihr Hanptepilheton die Unsterblichen, bei den Indern amartyas, bei den Griechen Athnnatoi, bei den Römern immortales im Gegensätze zu den „kurzlebigen Sterblichen". Nur selten wird in der Sage einzelnen Menschen als besondere Gnade Unsterblichkeit zutheil, so dem Tithonos, dem Gemahl der Aurora, oder einigen Heroen, wie z. B. Herakles. Das irdische Dasein