Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1900)
- Date
- 1900-05-01
- Page
- Seite 119 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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"MW . -V -;;r. -il .'■ -■■-*—y*^ - -'.'V‘'v- -/ *<;::* gestimmt, führte Herr Provinzialschulrat Otto aus Cassel den Direktor in sein Amt ■( ein. Er gedachte in rühmenden Worten seines Vorgängers im Amte, wies -? auf Dr. Adlers bisherige erfolgreiche Thätigkeit hin, überreichte ihmdieBestallungsurkunde und verpflichtete ihn namens der Staatsregiernng. Der Präsident des Schulrates, Herr Anton Horkheimer begrüßte den neuen Direktor im Namen.' des Schulrates. Er hob die segensreiche Wirksamkeit seiner verdienstvollen Vor» . gänger im Amte hervor in deren Sinne und Geiste er wirken möge. Herr Dr. Adler dankte hierauf für das in ihn gesetzte Vertrauen und führte dann in längerer eindrucksvoller Rede aus, wie er schon in seiner Jugend mit Verehrung zu der Anstalt emporgeblickt, die der deutschen Judenheit so viel Segen gebracht - und wie er immer in geistigem Zusammenhang geblieben mit den Männern die hiergewirkt und mit den Leistungen die von ihnen ausgegangen. Er fühle sich darum an der Stätte seiner menen Wirksamkeit nicht wie ein Fremder, der einen ihm unbekannten Boden betrete und gelobte seine Kraft in den Dienst der Anstalt zu stellen, die noch immer. Großes zu leisten berufen sei. Der Chor der Knaben beschloß mit dem Liede: „Preis und Anbetung sei unserm Gotte" von Chr. N. Rink die erhebende Feier, die einen Markstein in der Geschichte der Schule bildet. , — Nach Prof. Dr. Wirbi gestaltet sich das Verhältnis der verschiedenen Confessionen zu Ende des 19. Jahrhunderts in folgender Weise: Gegen- . wärtig giebt es nach seiner Berechnung 555 Millionen Christen, 9 Millionen Juden, 245 Millionen Bekenner des Islam, 425 Millionen Buddhisten, und Confncianer, 271 Millionen Hindus und 112 Millionen „Heiden." — Stade's „Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft" (1896 I. Teil) hat einige vortreffliche- Artikel, von welchen der folgende (S. 122) besonders interessieren dürfte: Pfarrer. S. Behnke teilt in demselben folgende wirklich Überraschende Entdeckung mit: Die „Sprüche Salomo's" von Kap. X bis XXII, 16 werden von den Massorethen und allen neuern Kritikern als eine abgeschlossene, dem König Salomo zugeschriebene Spruchsammlung bezeichnet. Die Zahl der Sprüche in dieser Abteilung beträgt nun genau 375 nach dem Zahlenwerte der Buchstaben des hebr. Wortes „Salomo." Doch das ist noch nicht alles. Kap. XXV bis XXIX enthalten eine andere für sich abgeschlossene Sammlung mit der Überschrift, „auch dieses sind Sprüche Salomo's, welche die Männer des Chiskija, Königs von Juda, zusammengetragen." Diese Sammlung enthält 136 Sprüche nach dem Zahlenwerte der hebr. Buchstaben des Wortes Chiskija. — Der berühmte Philosoph, der Romantiker, der deutschredende Däne Henrik Steffens, der die antisemitischen Vorurteile der Romantiker Fouqus, A. von Armin re. teilt, schreibt in seinem Werke „Carricaturen des Heiligsten" . (Leipzig 1819, Band I., <§. 385 f.): „Spinoza war erzeugt aus einem Volke, welches das allgemeine Vorurteil gegen sich hatte, verloren in stille Forschungen, deren Tiefe keiner begriff, ivenige ahnten, von den bedeutendsten Geistesverwandten seiner Zeit geflissentlich vernachlässigt, von der Menge verschrien. Das Tiefste, was