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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-03-01 · Heft 3 (1.3.1900) · p. Seite 61

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 3 (1.3.1900)
Date
1900-03-01
Page
Seite 61 (sequence 13)
Language
German
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— ei - sie tranken jetzt Tschaf Md tanzten, und die schöne kokette Frau hatte ihre Nit Zobelpelz ansgeschlagene und gefütterte Kazabaika abgeworfen, und da daS Fenster nur angelehnt war, öffnete es Laktef Wilna leise und nahm die Kazabaika vom Stuhl. - Mehrere Minuten später klopfte es an Esther's Fenster. „Da ist er," flüsterte Tobia, ,,thu' ihm auf." Esther öffnete das Fenster und lief dann hinter den Ofen und schloß die Augen. Als sie dieselben wieder öffnete, lagen der Kaftan da und die Kazabaika, das Kleid und Schuhe und Stiefel. „Tate!" rief sie, „er hat uns gebracht Alles, waS wir haben erbeten." Sie schloß das Fenster und zog dem blinden Vater die Stiefel an und den seide« nen Kaftan, und zog selbst die Schuhe an und das Kleid, und schlüpfte in die prächtige Kazabaika der Frau Zuckerspitz. „Was für ein Glück!" rief der Blinde, „gewiß stehst Du jetzt da, Esterka wie eine Prinzessin. Komm' doch zn mir." Und da er sie nicht sehen konnte, so strich er mit der zitternden Hand, sie zitterte jetzt vor Freude, über den Sammet der Kazabaika und das schivellende Pelzwerk. „Das ist Zobel, mein Kind," sprach er fast erschreckt, „der gute Prophet EliaS hat mich gehört und hat Dir gebracht zum Schuschan'Purim eine Jacke mit Zobelpelz. Siehst Du, wie Gott uns liebt? Und da der Prophet Elias uns hat geschenkt so viel, soll er auch bringen meinem Kinde einen braven, schönen jungen Mann." Esther hielt ihm den Mund zu. „Sei ruhig, Tate, sonst verschwindet noch Alles, so wunderlich, wie es gekommen." Laktef Wilna blickte durch das Fenster in daS Stübchen, und als er Esther so stehen sah in dem hübschen Kleide und der prächtigen Pelzjacke, da dachte er: was für ein schönes Mädchen, und so brav, und klug, und reinen Herzens, warum soll sie nicht finden einen Mann? Sie aber lächelte und sprach: „Tate, wer soll mich nehmen, die keinen Groschen hat? „Weißt Du was," flüsterte Tobia. „Du sollst versuchen Dein Glück, . Esterka, und am Suschan-Purim legen eine Schlinge." >" „Warum nicht," rief Esther lachend, „ich will gehen auf die Straße, und will legen einem Mann eine Schlinge, aber wenn ein Alter schreitet' über die Schlinge und fängt sich, oder Einer, der einen Buckel hat?" Sie lachte und lachend riß sie sich drei ihrer glänzenden schwarze» Haare aus und knüpfte sie zu; einer Schlinge, während ihre roten Lippen kabbalistische Worte murmelten, und Laktef Wilna sah die Schlinge knüpfen und lachte und dachte: „Warte nur, Du sollst den losesten Vogel der ganzen Khille (Gemeinde) fangen in Deiner Schlinge.". Und als Esther vorsichtig aus dem Hause trat, war Haman von seinen Stelzen herabgestiegen, hatte Hut und Gewand und Nase seinem Freunde über» geben, und in dem Augenblick wo sie die Schlinge gelegt hatte und sich scheu in

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