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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-01-01 · Heft 1 (1.1.1900) · p. Seite 18

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 1 (1.1.1900)
Date
1900-01-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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unternahm seine erste Reise nach dem/ Orient und - „mar selbst erstaunt über'die 'Bewegung, die ihn zu ersticken drohte, als er sich unter seinem eigen dem Klageplatz in der h n Volke "auf eiligen Stadt fand. Er konnte nachher selten ohne Thränen davon sprechen."' Dann wiederholte er bie Fahrt,, diesmal war es die Fahrt in xn Tod. Ans Alexandrien schrieb er noch an Rodenberg : „Mein Gehirn ist nber- ' 'All von Arbeit. Eine ganze Flut von Gedankm, alten und neuen, von EingebunAen, i Dhatsachen und Einsällul stürmt ans mich ein mit jedem Atemzng,! den ich /hier t thne, bei jebcm Stein, i ber (beit ich stolpere, bei jedem einzelnen Signal und Zeichen j dieses grenzenlosen- Gräl^erivAt, in welcher wer weiß wie viele Civitisationen verborgen liegen. - Sogar ine ^hiir ineines/Hauses ist ans einem Munii^nschrein hergestellt und beschrieben mit einem Teil des Todtenrituals in verlöschenden Hiero- ' glyphen.^ O diese ungeheure Anhänsnngin meinen! Gehirn von Allem, was ich rund nun mich her seh^i-^..ach! es sind jetzt noch Tagtränme!" Zwei Monate legten sie den Memndvierzigjahrigen zu Alexandrien ms Grab.- WonaLsschau. An der Berliner liniuerfitcit hat sich am Ende des vorigen Seinesters die „Finkenschast" organisixit, eine Thatjache, die auch für bie Jndenfrage nicht ohne Bedeutung ist. Ta an ,den Universitäten der Teil des Heranwachsenden Geschlechts, der gemäß seiner Bildung vor allein berufen ist, die Führung des Volkes in allen Fragen, die dasselbe be vegen und erregen, z.l übernehmen, pch seinesAnschaniingen bildet nlid festigt, da die Jugend empfänglich siU lnene Eindrücke, leicht geneigtest, frische Ideen in sich atlfzuneh'nien, so ist jede neue Strömung um! so beachtenswerter, sobald sie in diesen..Kreisen, Eiligang fiubet.. Hub es scheint so, als ob ein neuer Geist betreffs der Jndenfrage'in die Räume der.Friedrichs-W^lhelm-Universität einznziehen beginnt, ols ob eines neuen Frühlings Wehen junge Keime hervorsprießen laßt. Offiziell nimmt die Finknljchaft zu politischen -oder religiösen Fragen überhaupt nicht Stellung: sie gestattet jedem ohne Weiteres in Politischer wie religiöser Beziehung „nach seiner Fa<:o!l selig -.zu werden." Sie, will ja nichtdas Trennende --- und was turive trennend-er als politische und. religiöse Divergenzen? sondern vielmehr das Gemei isanrel aller Studirenden,' hervorheben, um so alle Nichtorganigrten ans neutraler Basis' zu einen. Niemand joll Gervissenszwang angethan-, Niemand eine © 101111 ni)nnt)ine in biefcn Dinges anfgedrängt mcibeit. Indessen auch -eine negative Stellungnahme birgt einen, positiven 5tern in sich. Die Finkenschast hat die Studenten gele1)rt, nicht in der Jndenfrage „in vchchn ma^isiritc »zn schwören,? nicht, nachzubehxn ni d blind zu glauben, was „Staatsbürgerzeitung" und Gras Pücklersche Reden erzählen, sonderst, ohne Vorurteil an die

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