Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 20 (1900)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1900)
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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gleichzeitig mit Brvdbeck ein jüdischer Äenker in Ungarn mit derselbe» Idee vor die Welt, obwohl von einem ande.ru Standpunkte aus, der aher das orthodoxe Judentum betrisst. - Seine Broschüre heißt: „Inleniatiouüle Religion zur Einrichtung der Welt nach dein Reiche! des Allmächtigen und zur Einführung der Bulker in de» Bund der Gottesfurcht, damit sie jene Gebote beachten, die Gott allen Volker» crtheiltcG' lGedruckt bei Groß L Grünhut in Budapest.) Es kommt' ans dasselbe hinaus: z,Zurück zum Mvsaismus!" Wir erkennen auch in der jüngst 'erschienenen Eunferenzrede des Leipziger Professors der Theologie Kittel einen solchen 'etwas verblümten Mahnruf an die Christenheit: „Zurück zu den Propheten ...„Israels!" Was aber, noch ganz besonders)für den Ausschwinig des biblischen Judeuthums Zeugnis abgelegt, ist die Broschüre: „Die Taufe," von Gustav Levinstein i iBerlin, Franz Weber! lH'fMj. 'In Deutschland also, wo bislang kein Jude sich getraut hat, ein ernstes Ävrl für das Judentum durch die Presse erscheine» zu lassen ' in Deutschland,. inv der Jude durch den Antiseniitismns eingejchüchtert, die Gelehrte» Bibelkritik, Philologie und Geschichte treibe», oder sich im Rabbiuismns versenken, ohne sich weiter um das Judentum als Weltreligion z» kümmern in Deutschland hat Herr Gustav Levinstein diese Monographie vervsfenllicht. Bemerkt .sei hier, daß noch eine z>viütc'Broschüre >.'vn demselben Verfasser: „Warum die Juden nicht Ehrisleu werden können" in Berlin erschienen ist. Der'Tag bricht an! s .! Pie Levensfäyiglwit der Weforrn. öülll, mir. ist iVpr 'nicht bange. Aust die Frage: „Was fehlt der Reform zur Lebensfähigkeit?" antworte ich kurz nndwräzis: Nichts? Nichts? i'Sie scherzen! — £ nein, ich', meine! es ganz im Ernst,! der Reform fehlt nichts', zur Lebensfähigkeit. Thalsache ist, daß die Reform! lebt,' warum sollte ihr etwas zur Lebensfähigkeit fehlen?! Was lebt ist lebensfähig, beim sonst lebte es glicht. . Cboi* lvollte jemand die Thntjache bestreiten, das; die Reform! lebt?! Nun, so mögen Zahlen beweisen. In Deutschland! sind ungefähr 000,004 Jliden,! davon sind ungefähr 4() bis jöQ,()Oo Orthodoxe ijtiö wenigstens fjfjO,(KX) Äkefonner — mtb die R'efornl lebte nicht? j ' _ .! j Man darf Reform nnd Orthvdvxiej nicht losgelöstt von der! Kultur des neunzehnten Jahrhunderts betrachten. Was ist denn'die.Reform im' Indeiitnm? Ilt sie denn etwas Willkürliches, etwas vereinzeltes, etlvas krankhaftes,! etwas nutzer Zusammenhang mit der geschichtlichen CSnftuicfetuufl der Menschheit sich breit Machendes? Nein, die Reform ist ein nonvendiges Produkt des Einflusses, den