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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-11-01 · Heft 11 (1.11.1899) · p. Seite 261

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 11 (1.11.1899)
Date
1899-11-01
Page
Seite 261 (sequence 21)
Language
German
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261 für seine Bibliothek ein kunstvoll verziertes „Exlibris" mit hebräischer Inschrift gezeichnet, das in weiten Kunstkreisen gerechtes Aufsehen hervorruft und u. a. in der bei Velhagen und Klasing erscheinenden „Zeitschrift für Bücherfreunde" eine überaus günstige Besprechung erfahren hat. — In Gdessa gelangte kürzlich znm erstenmal ein Drama, betitelt „Söhne Israels" zur Aufführung. Stoff des Stückes: Affaire Dreyfus. Das ganze Stück ist in antisemitischem Sinne geschrieben. Das Stück hatte einen großen Mißerfolg. Das Publikum lohnte die Aufführung mit Pfeifen und Zischen, und die Unruhe der Besucher steigerte sich soweit, daß Polizei einschreiten mußte, um die Ruhe wieder herzustellen. Das Stück wurde vom- Repertoire abgesetzt und ist, ivie die Odessaer Zeitungen melden, ein für allemal in Rußland verboten. — Welch, großer Popularität sich die Goldfaden'sche Oper „Sulamith" in Budapest erfreut, bewies am glänzendsten die Jubiläums-Vorstellung im Kisfaludy-Theater. Fünfzigmal hintereinander ging dieses Werk in Szene, und 50 mal war das Haus bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Der glänzende Erfolg der Oper „Sulamith" bildet immerhin ein Unikum in der Budapefter Theatergeschichte. Auf einer bis dahin dem großen Publikum fast unbekannten Bühne ging das Werk mit sehr bescheidenen Ausstattungsbehelfen in Szene, doch die harmonische Bearbeitung der originellen uralten Motive bezauberte selbst .ein verwöhntes Theaterpublikum, wie das Budapefter. Dieser schöne Erfolg ist den Schöpfern der Oper,! dem Direktor Albert Aöveffy und seinem begabtein Kapellmeister Eduard Donath zu verdanken. Die Jubiläums-Vorstellung gestaltete sich zu einem erhebenden Theater, fest, bei welchem das übervolle Haus sowohl die Antoren, als auch die Träger der Hauptrollen mit Beifall und Ovationen überschüttete. Auf dem Dirigentenpull Donaths prangte vor Beginn der Borstellung ein herrlicher Lorbeerkranz. Nach jedem Aktschluß wurden Direktor Kövessy und Donath stürmisch akklamiert. — Ir London ist das Drama „Der Ghetto" von dem Holländischen Dichter Kermanr Keyermans im Komedy-Theater aufgeführt worden. Die Kritik hat sich abfällß über dasselbe geäußert. Es ivird in demselben nur eine Kaxrikatür des Ghettl geliefert. Die beiden Hauptpersonen Sache! und Aaron sind sorglose Geldmenschei und dabei äußerlich sehr fromme Juden. Raphael, Sachels Sohn, soll Rebecka Aarons Tochter, heiraten, aber er ist für diesen Plan nicht zu haben. Seine Seel ist aufgebracht gegen Sachel, gegen Sachel's Geschäft, gegen das Ghetto und gege die Synagoge. Er hat sich in Rosa, das niedliche christliche Dienstmädchen seine Vaters verliebt und ist bereits heimlich mit ihr verheiratet. Rosa und die Mus sind seine beiden einzigen Neigungen. Ein Held müßte bereit sein, sich für Wahrhe und Ehre zu opfern. Aber was thut Raphael? Er macht sich die Blindheit de Vaters zu Nutze, um ihn zu betrügen; er wettert gegen die feilen Geschäf Sachel's und lebt mit seiner Frau von dem Ertrag dieser Geschäfte, bis derein seine Stellung in der Musikwelt ihn unabhängig gemacht haben würde,. Er ye gleicht sich mit „Isaak, der auf dem Altar geopfert wird", obwohl der Verglei

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