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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-11-01 · Heft 11 (1.11.1899) · p. Seite 250

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 11 (1.11.1899)
Date
1899-11-01
Page
Seite 250 (sequence 10)
Language
German
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250 Die MraHamshMen, die AbraHamsqueLe und der AvraHarnsLeich in Wrfa. „Nimmer hätte ich gedacht, daß ich jemals meinen Fnß dorthin setzen dürfte, wo Abraham geboren wurde," schreibt ein Besucher von Ursa, dem biblischen Ur in Chaldäa, dem späteren Edessa, im Monatsblatt des von vr. I. Lepsius begründeten „Armenischen Hilfswerkes" (1899, S. 92).. Derselbe kann hier sogar eine Abbildung der den Abendländischen Christen bisher wenig bekannten angeblichen Gebnrtsstätte des Glaubensmannes geben. Die Muhammedaner haben vor diesem Platz neuerdings eine hübsche Moschee mit den üblichen Gebetshallen erbaut. Der heilige Ort ist, wie unser Gewährsmann berichtet, eine ziemlich dunkle Höhle im Gestein des Bergrückens, an dessen Fuß Ursa liegt. Ist nian an der Moschee vorüber, so erreicht man durch eine kleine Thür, welche in dem den inner» Moscheehof umgebenden starken Eisengitter angebracht ist, eine an den Felsenberg angebaute, mit Teppichen bedeckte Vorhalle. Von hier führt eine niedere Thür, neben welcher eine alle grüne Fahne, ein Heiligtum der Bekenner des Islams, aufgestellt ist, und über welche sich alte arabische Inschriften hinziehen, in die Höhle hinein. Da vom Vorraum nicht viel Licht in die letztere fällt, dauert es eine Zeitlang, bis man imstande ist, etwas zu sehen. Die offenbar nicht von Menschenhänden hergestellte, vielmehr natürliche Felsenhöhle ist ziemlich geräumig, so daß Tharah, Abrahams Vater, mit seiner Familie hier Platz genug haben konnte. Eine Merkwürdigkeit der Höhle ist der kleine See, der sich in ihr befindet, und dessen kristallklares Wasser in einem angeketteten Becher nur Muhammedanern und Ausländern gereicht ivird. Uin den See herum hat man eine Steingallerie errichtet. Der Fußboden ist mit schönen Marmorplatten belegt. Eine tiefer liegende, auch von jener Gaüerie eingefaßte Stelle heißt: Abrahams Wiege. Unser Freund, dessen Begleiter ein alter, ehrwürdiger Scheich, aber auch einige eingeborene, vom Betreten dieses Platzes sonst zurückgehaltene Christen waren, verweilte hier längere Zeit. Schließlich aber veranlaßten die fanatischen Zurufe türkischer Frauen die Gesellschaft, sich ins Freie zu begeben. Noch eine zweite natürliche Höhle in Urfa trägt Abrahams Namen. Auch von ihr veröffentlicht das Lepsius'sche Blatt ein Bild. Die zweite ist viel größer und liegt etwas tiefer als die erste. Sie soll der Familie des Patriarchen während des Sommers als Wohnung gedient haben. Gerühmt wird die Aussicht, die man hier genießt. Der Blick auf Urfa ist, wie unser Reisender sagt, entzückend. Eins der größten Heiligtümer der Muhanimedauer in Urfa ist ein Bauwerk, welches sie über der im Süden der Stadt, unterhalb der Stadtmauer befindlichen Quelle, der Abrahamsquelle, errichtet haben. Sie behaupte», Abraham habe an dieser Stelle seinen Sohn Isaak opfern wollen, und die Quelle sei aus dem Felsen hervorgesprungeil, als hier der Widder statt des Isaak getötet worden sei.

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