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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-09-01 · Heft 9 (1.9.1899) · p. Seite 213

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 9 (1.9.1899)
Date
1899-09-01
Page
Seite 213 (sequence 21)
Language
German
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213 der Zionismus zu befassen hat, die Förderung des Studiums der hebräischen Sitte» ratur, der „heiligen Sprache" und der eigenen großen Geschichte. „Wir haben," ruft der Redner aus, „eine große Vergangenheit in der Kultur,- wir erwarten eine große Zukunft, aber wir haben keine Gegenwart." Der Zionismus, der den Juden wieder eine Heimath, ein Centrum gebe, werde auch wieder eine speciell jüdische Wissenschaft, eine speciell jüdische Kultur im Gefolge haben. „Heute verstehen viele unserer Brüder einander nicht mehr, indem sie die Sprachen verschiedener Völker sprechen, aber vielleicht in zwanzig Jahren wird ein jüdisches Parlament tagen, dessen Teilnehmer in der Sprache unseres Volkes ihre Reden halten'nnd ihre Beschlüsse fassen." Der Beifall, den die Ausführungen des Redners fanden, steigerte sich noch, als Herr Rabbiner Isaak Renes aus Litow in fließendem Hebräisch die Kongreßmitglieder zur Pflege der Sprache der Väter und zum Studium der nationalen Geschichte aufforderte. Erst spät konnte mit Behandlung der letzten Punkte der Tagesordnung begonnen werden. Als Mitglieder des engeren Aktionscomites wurden die Herren Dr. Th. Herzl, Dr. Kahn, Dr. Otto Kokesch, Architekt Osk. Marmorek und Dr. Schnirer, alle in Wien, bestätigt. Die Mitglieder des weiteren Aktionscomites verteilen sich auf die einzelnen Länder wie folgt: Galizien 3, Bukowina 1, Oestereich 2, Italien 1, Amerika 2, Transvaal 1, Frankreich 1, Belgien 1, Schweiz 1, England 3, Egypten 1, Rumänien 3, Deutschland 2, Rußland 12. Um 6*/a Uhr waren die letzten Punkte erledigt. Nach einem kurzen Schlußworte worin der Hoffnung Ausdruck gegeben wurde, es mögen die Teilnehmer eine gute Erinnerung an den Kongreß mitnehmen und stets neue Freunde für den Zionismus gewinnen, bis das große Werk vollendet sei, erklärte der Vorsitzende Dr. Th. Herzl den Dritten Zionistenkongreß in Basel für geschlossen. — Dein kürzlich in Gör; verstorbenen Arzt Dr. A. Levi, der als Menschenfreund und Wohlthäter der Armen bekannt war, widmete der katholische Priester Dr. Luigi de Paviffiah einen warmen Nekrolog, in dem er das Leben und Wirken dieses Philantropen schilderte. Der ehrwürdige Priester sagt in seinem Nachrufe, er glaube gar nichts Unrechtes dabei zu begehen, wenn er als kotholischer Seelsorger einem Jude» eine solche Ehre erweise, „da der Verstorbene doch denselben Gott anbetete, den ich anbete und da auch ich Moses, Aron, Saniuel, die Propheten und Patriarchen so verehre, gleichwie es der Verstorbene that. Daher finde ich nichts Unrechtes in meinem Vorgehen." — In Gewitsch starb Herr Rabbiner Isaak Weisz und in Stuhlweißenburg Herr Rabbiner Dr. I. S. Glücksniann. — Jüngst hat Pater Abel in einer Wiener Kirche in einer Con» ferenzrede, in einer merkwürdig freundlichen Weise des von den Antisemiten bestgehaßten Dichters Heinrich Heine gedacht. Er sagte zu seinen Zuhörern gewendet: „Erinnern Sie sich gefälligst an das berühmte Gedicht des jüdischen Dichters Heine, indem er uns einen Mann vorführt, der dem Tode ausweichen will und deshalb in die Sandwüsten Arabiens sich flüchtet damit ihn der Tod dort nicht finde, und

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