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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-08-01 · Heft 8 (1.8.1899) · p. Seite 191

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 8 (1.8.1899)
Date
1899-08-01
Page
Seite 191 (sequence 23)
Language
German
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191 einiger Fehler, die bei der Beherrschung eines so großen Materials unvermeidlich sind, unsere volle Anerkennung verdient. Das Capitel Zeitungen und Zeitschriften Seite 457 — 475 ist besonders interessant und zeigt uns, welch' reges journalistisches Leben das Judentum am Ende des 19. Jahrhunderts entfaltet. — In prachtvoller Ausstattung haben die Söhne des verdienstvollen Herrn Gmannel Kaumgarten in Wien die Lieder, Aufsätze und Gedichte, die ihrem allgemein verehrten Vater von allen Seiten zu seinem 70. Geburtstage im vorigen Jahre gewidmet wurden, in einem stattlichen Bande vereinigt, der den Titel führt: „Unserem teuren Vater Emanuel Baumgarten zur Erinnerung an seinen siebzigsten Geburtstag" (Wien 1898), und der ein schönes Denkmal kindlicher Pietät sowie ein wertvoller Beitrag zur Culturgeschichte des Judentums in Österreich bleiben wird. — Die chemische Zusammensetzung des biblischen Manna ist von dem Franzosen Henry Gastrey untersucht worden. Es giebt eine ganze Anzahl von Mannasorten, hier soll aber nur von der Mannaflechte (Lichen esculenius) die Rede sein, die wahrscheinlich auch das in der Bibel vorkommende Manna lieferte und noch heute in den arabischen und afrikanischen Wüsten zuweilen eine nicht zu verachtende Speise für die Menschen und Kameele der Karawanen wird. Sie wächst nach dem Regen im Wüstensande als erbsengroße Knöllchen von grauer Farbe, die dem Boden so locker anhaften, daß sie oft durch den Wind in großen Mengen vom Boden fortgeführt werden und an anderer Stelle als Mannaregen niederfallen. Die Flechte hat einen mehligen Inhalt und ist von angenehmen, leicht süßlichem Geschmack. Die chemische Zusammenseßnng ist folgende: 16 Teile Wasser, 14 Teile Stickstoffsubstanzen, 29 Teile stickstoffreie Substanzen, 5 Percent Mineralstoffe, 32 Percent Eiweißstoffe und 4 Percent Fett. Es ist daraus ersichtlich, daß das Manna ziemlich reich an Nährstoff ist. Ohne eine vollständig genügende Ernährung zu ermöglichen, kann es einen Menschen doch lange erhalten, auch wenn es seine einzige Nahrung bildet. —Das brittische Museum in London ist in den Besitz einer großen Zahl alter und wertvoller hebräischer Handschriften gekommen, die seit Jahrhunderten in den Gewölben der Synagoge von Alt-Kairo und zweier benachbarter Begräbnißplätze der jüdischen Gemeinde lagen. Die Bodleianische Bücherei in Oxford hat vor einigen Jahren einen wichtigen Teil dieser hebräischen Handschriften erworben, und durch die Vermittlung des Professors Schächter hat auch die Universitätsbücherei von Cambridge einen nicht unbedeutenden Anteil handschriftlicher Stücke erhalten. Die von den Behörden des National-Museums erworbenen Manuskripte enthalten auch zwei Blätter mit vierzig neuen Zeilen des verlornen hebräischen Textes des Buches „Ecclesiasticus." Der Inhalt der in Oxford aufbewahrten Blätter wurde vor zwei Jahren veröffentlicht, und G. Margoliouth wird die beiden Blätter herausgeben. Die Samm lung im britischen Museum enthält eine größere Zahl datirter Schriftstücke aus dem 11. und 12. Jahrhundert und einige wenige aus dem 10. Jahrhundert. Besonders bemerkenswert sind die aus verschiedenen Zeitabschnitten stammenden Ehescheidungs-

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