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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-05-01 · Heft 5 (1.5.1899) · p. Seite 116

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 5 (1.5.1899)
Date
1899-05-01
Page
Seite 116 (sequence 20)
Language
German
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116 in Nürnberg letztwillig mit einem Kapital von 400,000 M. begründeten Stiftung zur Errichtung einer Altersversorgungsanstalt für dürftige Israeliten und der von demselben Stifter mit einem Kapitale von 11,000 M. begründeten Stiftung zur Unterstützung dürftiger Israeliten wurde die landesherrliche Bestätigung erteilt. — Man berichtet aus Berlin: Unter neun Bewerbern um das Preisausschreiben des „Vereins deutscher Maschinen-Jngenieure" ist der erste Preis (1200 Mk.) Herrn Regierungsbauführer Julius Lehr zuerkannt worden. — Das 50 jährige Journalisten- Jubiläum beging Herr Hermann Holdheim in Kerlin Redakteur der „Volkszeitung" seit deren Bestehen. Er ist der älteste Sohn des sel. Dr. Samuel Holdheim. — Die Aschenreste des in Nizza verstorbenen und im Heidelberger Krematorium verbrannten Großindustriellen Joseph Wertheim zu Frankfurt a. ft. wurden auf dem Friedhofe zu Bockenheim beigesetzt. Der freireligiöse Geistliche hielt dabei die Leichenrede. — In Serlin starb der emeritierte Lehrer am Lehrerbildungsseminar Herr vr. Max Simon. Er war ein gründlicher Kenner des jüdischen Kalenderwesens. — Der jüngst in Budapest verstorbene Menschenfreund Alexander Wahrmann hat in seiner letztwilligen Verfügung den Betrag von 800,000 Kronen für gemeinnützige Zwecke testirt. Davon entfallen 600,000 Kronen für die Pester Religionsgemeinde als „Alexander Wahrmann-Mittelschul-Stiftung" zur Förderung und materiellen Unterstützung der von der Religionsgemeinde zu errichtenden Mittelschule, in welcher die Schüler israelitischer Confession gründlicheren Religionsunterricht genießen sollen als dies in den anderen Mittelschulen üblich ist. — Herr Moritz Löwe hat dem Vorstande der israel. Cultusgemeinde in Budapest 100000 Kronen übergeben, damit jährlich 8 Schüler der Mittelschulen je 500 Kronen als Stipendium erhalten die sich in Kenntnis der hebräischen Sprache und jüdischen Geschichte auszeichnen. — Man berichtet: Die Araber Comitatscongregation hat Herrn Hella Hirsch zu der hohen Würde eines Comitats - Stuhlrichters erwählt. — Die in Hrünn verstorbene Frau Johanna Kosenthal, Wittwe nach dem am 11. Februar 1893 einem Mordattentate zum Opfer gefallenen Fabrikbesitzer Herrn Max Rosenthal, hat in ihren letzwilligen Verfügungen einen Betrag von 150,000 fl. zur Errichtung eines israelitischen Armenhauses gewidmet. — In Uachod fanden Excesse gegen die Juden statt, die man durchaus nicht nur als sozialistisch bezeichnen kann. — In dem Hirtenbriefe des Bischofs von Lin; findet sich folgende Stelle. „Ein falscher Prophet ist, wer im öffentlichen Leben die Nationalität über alle anderen Verhältnisse stellt. „Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist," sagt der Heiland. Auch wir lieben die Nation, der wir angehören, der staatsrechtliche Verband aber, in dem wir mit verschiedenen Nationen unter dem Scepter unseres erhabenen Kaisers vereinigt sind, ist heiliger als der der Nationalität. Uebrigens müssen wir alle Menschen, daher auch alle Nationen lieben, gleichviel welche Sprache sie reden, gleichviel ob Heide oder Jude, ob Barbar oder Scythe." — In Wien starb der bekannte Hoflieferant Jakob Kothberger. Mit Rothberger scheidet eine interessante Persönlichkeit aus dem Wiener Geschäftsleben,

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