Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 19 (1899)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1899)
- Date
- 1899-05-01
- Page
- Seite 114 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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114 Im Jahre 1860 machte seine glänzende Schrift „Deutschtum und Judentum" berechtigtes Aufsehen. Bei dem Begräbnisse in Berlin hielt Prof. Mommsen die Gedenkrede, die er mit folgenden Worten schloß: Wir haben Twesteu, wir haben Laster und Forckenbeck begraben; nun begraben wir den letzten Großen aus ihrem Kreise, den deutschen Mann, der niemals anderwärts eine Heimath gesucht hatte, als in deutscher Erde. - In Frankfurt a. M. starb Herr Bankier Adolf Z. A. Kahn. Er gehörte dem Mendelssohn-Verein seit dessen Bestehen an. Er >var ein Mann von edlem Sinn und Herzen. Sein Andenken bleibt ein gesegnetes. — Man berichtet uns: Den Jahresberichten der beiden höheren und mittleren Mädchen-Schulen in Elberfeld entnehmen >v!r, daß sich Herr Rabbiner Di-. Anerbach wegen Ueberhänfung mit Arbeit veranlaßt sah, sein Amt an den genannten Schulen niederzulegen. I „Ungern" — so lesen wir in dem Berichte der höheren Mädchenschule und Lehrerinnen-Bildungsanstalt in der Weststadt — „sahen wir den verehrten Mann aus | seiner Stellung scheiden, die er so viele Jahre verwaltet hat. Sein liebenswürdiges! Wesen, seine große geistige Frische hatten ihn uns lieb und werth gemacht." An | seine Stelle trat Herr Hermann Zivi, dem die königliche Regierung zu Düsseldorf! auf Grund seiner Zeugnisse den gesaminten Religionsunterricht an den ihr nnter-!> stellte» Anstalten definitiv übertragen hat. Auch vom königlichen Provinzial-Schul- Collegium zu Coblenz ist Herr Zivi als Religionslehrer anerkannt und mit dem Unterricht in der dritten Abteilung des Real-Gymnasiums sowie mit dem ganzen Unterricht an der Realschule betraut worden. — Von den 414 Frauen, die in Preußen zu den Vorlesungen an den Universitäten zugelassen sind, befinden sich 88 Jüdinnen. — Dem einundzwanzigsten und zweiundzwanzigsten Jahresbericht für die Jahre 1897 und 1899 des Mädchenstists zu Frankfurt a. W. entnehmen wir: Die Zahl der Zöglinge betrug von Anfang 1897 bis Ende 1898 ununterbrochen 24. Von denselben ist eine Privatlehrerin, 1 besucht das Seminar der Elisabethenschule, 1 die Handelsschule, 3 sind in Anwaltsbureau thätig, 1 im Speditionsgeschäfte, 8 sind Comtoiristinnen in Engrosgeschäften, 3 sind Putzmacherinnen, 4 sind in Confectionsgeschäften, eine besucht den Kindergarten des Frauenbildungsvereins, 1 ist Lageristin. Infolge außerordentlicher Zuwendungen von Gönnern — so spendete Frau Kohn - Speyer Mk. 2000 — wurde es möglich, ohne Defizit in der Berichtszeit abzuschließen. Den Wohlthätern der Anstalt gebührt besonderer Dank. Da die Beschränktheit der Räume die Aufnahme einer größeren Anzahl von Zöglingen als 24 unmöglich macht, so war man leider genöthigt, eine große Anzahl von Gesuchen zurückzuweisen. Es wäre überaus erwünscht, wenn Wvhlthäter reichliche Mittel zur Erweiterung des Mädchenstifts zur Verfügung stellen würden. Daß die Ausdehnung eines solchen Instituts, welches jungen Mädl chen die Möglichkeit giebt, ungefährdet eine wirthschaftliche Selbständigkeit zu erlangen, für weite Kreise ein Segen sein würde, bedarf keiner weiteren Ausführung. — Die Achava, Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer,! :