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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-03-01 · Heft 3 (1.3.1899) · p. Seite 63

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 3 (1.3.1899)
Date
1899-03-01
Page
Seite 63 (sequence 15)
Language
German
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63 Dr. Moriz Rappaport'schen Stiftung über die stiftbriefgemäß alle drei Jahre vorzunehmende Preisausschreibung „für Schriften und Abhandlungen, welche die Juden betreffen insbesondere historischen oder sozialpolitischen Inhalts". Für die diesmalige Preisausschreibung empfahl das Komitee als Preisanfgabe: „Geschichte der jüdischen Apologetik". Nach längerer Debatte, an welcher sich die Herren Vicepräsident Dr. Kohn, Dr. Steiner, Salo Cohn, Dr. Grünfeld und Dr. Spitzer beteiligten, wurden die Anträge des Komitees genehmigt, wonach als Preis für die beste Arbeit der Betrag von 2500 Kronen ö. W. bestimmt und als Präklusivtermin für die Einreichung der Preisschriften der 30. September 1900 festgesetzt wird. — In Sudapest starb Herr Dr. Adolf Silberstein, Redakteur vom „Pester Lloyd", dem bedeutendsten deutschen Blatte Ungarns, im Alter von 52 Jahren. Der Verstorbene war als Kunstkritiker, Ästhetiker und Belletrist gleich bedeutend und hat sich stets ein warmes Herz für Juden und Judentum bewahrt. — In einer Vormittagsmesse hielt der bischöfliche Consistorialrat, Dechant Dr. Strobl in Steyer, sonst ein Judenfreund, eine Predigt, in deren Verlaufe er auf das Geschenk des deutschen Kaisers an die Katholiken zu reden kam, und dann sagte: „Dsa Geschenk des deutschen Kaisers zeigt deutlich, daß auch in protestantischen Kreisen daran festgehalten wird, daß einzig und allein die christliche Kirche rechtmäßige Ansprüche auf den Boden des heiligen Landes machen darf. Ich halte es für notig, dies hier ausdrücklich zu erklären, weil in der letzten Zeit von jüdischer Seite mit Judenstaatsideen und Kolonialbestrebungen aufgetreten worden ist. Nie und nimmer wird die heilige Kirche diesen Leuten Einfluß in dem heiligen Lande einräumen und gönnen. Der heilige Stuhl wird sich gewiß damit nicht zufrieden geben, wenn auch die Stätten, wo der Heiland einst gewandelt, territorialisirt werden". — Im Alter von 75 Jahren ist in Wien der Schriftsteller Herr Adolph Kulka gestorben. Er gründete die „Gerichtshalle", die er an vierzig Jahre mit Dr. Pisko leitete. — Im Festsaale des Ingenieurs- und Architekten-Vereines veranstaltete die „Gesellschaft für Sammlung und Conservirung von Kunst und historischen Denkmälern des Judentums" in Wien einen ihrer so beliebten Vortragsabende, der ein sehr zahlreiches, den besten Kreisen angehörendes Publikum vereinte. Herr Dr. Bernhard Miln; sprach über „eine völkerpsychologische Bewegung des Judentums". Dr. Münz führte die sich selbst gestellte schwierige Aufgabe in überaus sachlicher Weise, bei immer mehr zunehmendem Interesse der Zuhörer durch und erhielt nach Beendigung der sehr gediegenen Ausführungen, in welchen er mehrere Thesen entwickelte, wohlverdienten, reichen Beifall. — In Wien ist der Allgemeine österreichisch-israelitische Bund zu Stande gekommen. — In Wien lebten Ende 1897 138 611 jüdische Einwohner, wovo 13 561 Steuerzahler mit 343 624 Gulden. — Herr Professor Dr. Ludwig Geiger aus Berlin, hielt jüngst in Prag einen Vortrag über Göthes Verhältnis zum Judentum und den Juden. In objektiver Weise gruppirte der Vortragende das Material zu dieser Frage,

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