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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-01-01 · Heft 1 (1.1.1899) · p. Seite 19

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 1 (1.1.1899)
Date
1899-01-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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— 19 - Unterdrücktseins, frei natürlich auch von religiösen Prüderien und religiösen Feindseligkeiten. Es ist vielleicht hart aber es muß ausgesprochen werden und jeder wahrhafte Geist, der sich ernst und ehrlich prüft, wird es bestätigen müssen: Für ihn giebt es kein Gemeinschaftlichkeitsgefühl mit jenen asiatischen und halbasiatischen Stammesbrüdern, die nicht als religiöse Sekte, sondern aus politischen und sozialen Gründen verfolgt werden; ein fortlebendes Stück Mittelalter sind sie und nur kindische Gefühlsseligkeit kann sich solidarisch mit ihnen erklären. Für den neuen Juden giebt es ein ganz anderes Ideal: sich als Angehöriger einer Religionsgesellschaft völlig zu verlieren, Vernichtung jedes falschen Einheitsgedankens, und als Mensch und Persönlichkeit doch völlig Jude zu sein. So nützt er seinem seltsam verstreuten Volke mehr, als jene Massenbeglücker und Rückwärtsgeher, die aus der Not persönlicher Unzulänglichkeit die Tugend eines Befreiungskampfes machen." — Bei der an dem Geburtstage Luthers, in Görtlltz erfolgten Grundsteinlegung der Lutherkirche eröffnete der dortige Oberbürgermeister .^ Herr Büchteman, die Reihe der die Hammerschläge begleitenden Ansprachen mit '■ den Worten: „Als Vertreter des Patronats und als Verreter der Bürgerschaft folgenden Spruch: Der hohe Dom, der sich über diesem Grundstein erheben wird, sei eine Stätte der Erbauung und Aufrichtung für jeden evangelischen i Christen. Er sei eine Stätte der Vereinigung von Religion und Wissenschaft l zum Segen der evangelischen Lehre und sei eine Stätte des Friedens, von der l die Duldsamkeit gegen Andersgläubige ausgehen möge zum Segen der Stadt." — Der Kaiser von Österreich hat dein Arzt Dr. Max Mayer in Wien, der 's sich gleichfalls zur Behandlung der Pestkranken zur Verfügung gestellt hatte, s das goldene Verdienstkreuz mit der Krone verliehen. — Herr Rabbiner Jacob 4 Drobinsky in Salzburg wurde zum k. k. Feldprediger II. Classe ernannt. — In Dachau starb Herr Rabbiner Dr. Schildlof im 83. Lebensjahre. Ein gelehrter : Mann, ein edler Charakter, eine Persönlichkeit von herzgewinnender Liebens- 1 würdigke't, stand Dr. Schildlof nicht blos bei den Mitgliedern der seiner Seelj sorge anvertrauten Gemeinde, sondern auch bei der christlichen Bevölkerung in j hohem Ansehen. — In Paris starb der in weiten Kreisen bekannte Arzt Dr.; David Gruby. Er war am 10. Oktober 1811 in Neusalz geboren, erreichte somit ein Alter von über siebenundachtzig Jahren. Gruby, seit 1839 in Paris lebend, . veröffentlichte mehrere Schriften über die physiologische und pathologische Anato- ■ mie, über die er von 1841 bis 1854 auch öffentliche Vorlesungen hielt. Er wurde an das Afchenee royal berufen, um den Lehrstuhl einzunehinen, welchen s vor ihm Blainville und Cuvier eingenommen hatten. Er war Arzt von Chopin und Dumas fils und von Heinrich Heine bis zu dessen Todestag. Gruby zeich- | uete sich auch durch sein humanitäres Wirken und seine Freigebigkeit aus. — Der Großrabbiner von Paris nahm am 22. Dezember in der Synagoge der J Rue de la Bictoire die Einsegnung der Ehe des bekannten Dichters Gustave Kahn;

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