Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1898)
- Date
- 1898-12-01
- Page
- Seite 288 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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288 werden, da sie das Trauerspiel nicht als solches, sondern nur als eine gegen ihre Tendenzen gerichtete Streitschrift auffassen. — Im Theater in der Kantstraße in Derlin gelangte am 29. September I. Max Beers „Strike der Schmiede" eine einaktige Oper zur Erstaufführung mit Text von Victor Leon. Das Werk bietet ohne Zweifel eine ganze Reihe musikalischer Schönheiten, die Instrumentation mitunter beachtenswertes Geschick und ist auch das Textbuch nicht ungeschickt gemacht. Der Einakter wird sich ohne Zweifel eine Zeitlang auf der Bühne erhalten. — Das Parlaments-Mitglied Signor Angelo Pario (Radikaler) hat das liebliche bei Pieve di Cadore gelegene Haus, in welchen Titian lebte, durch Ankauf vor der drohenden Demolirung gerettet. Er läßt es nun auf eigene Kosten Herrichten, um seinem Verfall zu steuern. — Das Brüsseler Staatsmuseum der dekorativen Künste hat eine kostbare und seltene Schenkung erhalten: Die Gattin des Lütticher Senators Montefiore-Levi, eine Schwester der Baronin v. Hirsch, hat eine 500 Nummern umfassende Spitzensammlung dem Museum verehrt. In dieser Sammlung befinden sich Seltenheiten aller Zeiten und Ursprungsländer; die Sammlung ist jetzt in siebzehn großen Schränken zur öffentlichen Besichtigung im Museum aufgestellt worden. Nur die Spitzensammlung des Brügger Musöe Grunthuyse kann an Bedeutung dieser Sammlung gleichgestellt werden. — In Paris sind fünf jüdische Theaterdirektoren: Mussay im Palais Royal, M. L. Nunes in den Folies Dramatiques, M. Millaud im Theatre de la Republique, Marx im Clany und Frank im Theater Grand Gignol. — Aus Wien berichtet man: Eine ganz besondere Auszeichnung wurde dem berühmten Künstler Herrn Leopold Horowitz zu teil. Se. Majestät der Kaiser hat dem Meister den Auftrag erteilt, ein lebensgroßes Bild der verewigten Kaiserin zu malen. Der Künstler, der bekanntlich auch schon ein Porträt des Kaisers malte, hat dem Monarchen mehrere Cartons vorgelegt. Se. Majestät blieb lange in tiefes Sinnen versunken vor den Entwürfen stehen und betrachtete die in Kohle ausgeführten Zeichnungen. Ein Carton erhielt die Genehmigung. Der Entwurf zeigt die Kaiserin zwischen 40 und 45 Jahren. Der Künstler ging mit großer Begeisterung an's Werk, zu welchem er viele Vorstudien machen mußte. — In der Gemälde-Ausstellung im neuen Kttustlerhause zu Kerlin befindet sich auch ein Gemälde von lokalem und historischem Interesse. Es ist dies der alte jüdische Friedhof in der Gr. Hamburgerstraße mit dem Grabe Moses Mendelssohns und so vieler anderer hervorragender Männer der Vergangenheit, ein interessantes Stück der jüdischen Geschichte Alt-Berlins. Inhalt: Die Ethik des Judentums. Van Dr. A. Tänzer, Rabbiner für Tprol und Vorarlberg in Hohenems (Vorarlberg.) — Unser Standpunkt gegenüber dein conservativen Judentum. — Eine Geschichte und Kulturgeschichte der deutschen Juden. — Ueber den Berliner Verein für Arbeitsnachweis. — Landesrabbiner Prof. Dr. L. Herzfeld. — Ernest Renan liber Koheleth. — Tobias Even, am Hofe Napoleons. — Monatsschau. — Theater Musik und bildende Kunst. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber vr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L- Brönner's Druckerei (F. SB. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.