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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-11-01 · Heft 11 (1.11.1898) · p. Seite 264

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 11 (1.11.1898)
Date
1898-11-01
Page
Seite 264 (sequence 24)
Language
German
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264 25000 in Bekleidungsgewerbe» und 9000 in der Zigarrenfabrikation beschäftigt sind. In New-Aork seien 70 000—80000 jüdische Arbeiter im Bekleidungsgewerbe thätig, in Philadelphia 20000 zusammen in dieser und der Zigarrenfabrikation. Ähnlich 5000 in Pittsburg, 8000 in Detroit rc. Für Rußland wird für 1893 nach amtlichen Mitteilungen die Zahl der jüdischen Arbeiter in den 16 Gouvernements des Judenrayons d. h. also abgesehen vom Königreich Polen auf 395 942 angegeben. Für Polen hat der Verfasser Zahlen nur aus dem Jahre 1857, in welchem (unter Ausschluß der Stadt Warschau) unter 563 093 jüdischen Seelen 129 538 Handarbeiter waren. Die Zahl der jüdischen Ackerbauer in Rußland wird nach amtlichen Mitteilungen, meist aus dem Jahre 1888, auf 95430 angegeben, welchen noch etwa 17 000 Hülfskräfte zuzuzählen sind. Endlich arbeiten seit den jüngsten Jahren Juden als Knechte auf benachbarten Gütern, im letzten Jahre mindestens 7000. — Dr. Gutzmann, Arzt in Berlin, hat sehr interessante Untersuchungen an mehr als 5000 Kranken gemacht. Auffallend häufig hat Dr. Gutzmann die Form desS.-Lispelns bei Juden gefunden. Diese Beobachtung hat in gewisser Hinsicht geschichtliches Interesse. In der biblischen Erzählung von dem Kampf zwischen den Gileaditen und Ephraimiten heißt es: „Und die Gileaditen nahmen ein die Furt des Jordans von Ephraim. Wenn nun die Flüchtigen Ephraims sprachen: „Laß mich hinübergehen!" so sprachen die Männer von Gilead zu ihm: Bist Du ein Ephraimiter? Wenn er dann antwortete: „Nein!" lo ließen sie ihn sprechen Schibolet, sprach er Sibolet und konnte es nicht (recht) reden; so griffen sie ihn und schlugen ihn an der Furt des Jordan, daß zu der Zeit von Ephraim fielen 42 000" (Richter 12.) Auch Taubstummheit ist nach Dr. Gutzmanus Ermittelung unter der israel. Bevölkerung viel mehr verbreitet als unter der übrigen. So fand er in Berlin auf 1000 Katholiken 3, auf 1000 Protestanten 6, auf 1000 Juden 27 Taubstumme — es giebt ja auch seit längerer Zeit besondere jüdische Taubstummenanstalten. In 45 vom Hundert war die Taubstummheit angeboren, und bei 17 vom Hundert dieser lag erbliche Belastung vor, eine Zahl, die als nicht sehr hoch gelten kann. Die Statistik ergiebt auch, daß in blutsverwandten Ehen mehr Taubstummheit auftritt als iu nicht verwandten. Da bei der jüdischen Bevölkerung Verwandschaftsehen häufiger sind, so spricht dieser Gesichtspunkt bei der Beurteilung der Ursachen der Taubstummheit bei Juden wahrscheinlich mit. Inhalt: Die religiöse Reform. Aus einem Vortrage, gehalten von Landrabbiner Prof. Dr. Herzfeld. — Festrede zur 25zährigen Jubelfeier des homiletischen Vereines in Breslau von Dr. Adolf Biach. -- Ernest Renan über Kohelet. — Monatsschau. — Theater Musik und bildende Kunst. — Referate und Mitteilungen. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber vr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck und Inserat-Annahme; H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.

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