Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1898)
- Date
- 1898-08-01
- Page
- Seite 192 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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192 Politisches, Religiöses, Liebe, Distichen und Reisebilder von dem Hauche der Erhabenen und Schönen angeweht, der aus dem festen Vertrauen auf den Sieg der Wahren und Guten stammt. Aus dem Gedicht (S. 8) „Nach einem Eisenbahnunglück" sei hier die schöne Stelle hervorgehoben: — Nie mögest du falsch die Weichen stellen. — Auf der Geschichte Bahnen wo die Völker wandern. — Und jeder muß wetteifern mit dem andern. — Auf daß sie einander nie zerschellen. Das Gedicht „An die Unduldsamen" möge hier aus der Reihe der durchweg schönen und erhebenden Gedichte, die wir unseren Lesern zur Anschaffung empfehlen, hervorgehoben sein: Die unergründlich tiefen Glaubensfragen. — Laßt nie mehr reizen euch zu Haß und Streit: — Lernt liebevoll den Andersgläubigen tragen! — Es breche an der Duldung schöne Zeit! — Auch die sich gottlos selbst zu nennen wagen, — Doch nie ihr Herz durch gottlos Thun entweiht. — Laßt nicht an euerer Güte mehr verzagen! — Sie liebend zu umfahn seid stets bereit! — Doch streng und unduldsam geht ins Gerichte, mit jener Brut verkappter Atheisten. — Die Frommen sich stellen Feind sind allem Lichte. — Den schlimsten Feinden aller wahren Christen, — Reißt ihnen kühn die Larve vom Gesichte! — Vertreibt sie aus den Stätten, wo sie nisten. — Der bekannte Mäcen W. Wissochy in Moskau hat dem Odessaer Zweigverein der „Gesellschaft für Verbreitung der Bildung unter den Juden Rußlands" 4300 Rubel überwiesen, um damit einen Preis für die beste hebräisch-historische Arbeit zu begründen, welcher alle drei Jahre zur Verteilung gelangen soll. Die ersten Preisaufgaben lauten: „Der Kosakenkrieg in Kleinrußländ und Polen", und „Geschichte der neuhebräischen Literatur". — Im Verlage von Fr. Engelhardt in Straßburg i. E. (1897) ist erschienen; tempus loquendi. lieber die Agada der Palästinensischen Amoraeer nach der neuesten Darstellung von Rabbiner Dr. M. Aschkanaze. Diese 82 Seiten umfassende Schrift ist aus einer Recension des Buches „die Agada der Palästinensischen Amoraeer" von Dr. Wilhelm Bacher, Professor an der Rabbinerschule in Budapest entstanden. Besonders erschien dem Herausgeber die Übersetzung der angeführten Agadasätze nicht entsprechend. Auch was die Feststellung der Autoren einzelner agadischer Aussprüche anlangt, soll diesselbe leichtfertig und irrtümlich sein. Diese Schrift wird gewiß eine Gegenschrift des gelehrten Herrn Dr. Wilh. Bacher Hervorrufen, der am besten in der Lage sein wird, seine Verteidigung zu führen. Inhalt: Einiges über die sittliche Berechtigung des Boykott. Bon Henriette Fürth. — Rothschilds Erbschaft. — Daniel Sanders im Urteil seiner Zeitgenossen. Bon Albert Enianuel. — Ein Brief Zadoc Kahns, des Großrabbiners von Frankreich in der Sonntagssrage. — Monatsschau. — Theater, Musik und bildende Kunst. — Referate und Mitteilungen. Berantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner vr. Adolf Brüll; in Kommission für de« Buchhandelbei Franz Benjamin Auffarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.