Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1898)
- Date
- 1898-07-01
- Page
- Seite 148 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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148 Geht hin in Frieden! Geht ein zur ewigen Ruhe! Möge Euer Name vor Gott angeschrieben stehen, „zum ewigen Gedächtnisse unter denen, die ihn ehren und seinen Namen heiligen", wie er in unserem Herzen ausgeschrieben steht. Möge Gott Eure Seelen empfangen in seiner göttlichen Huld und Milde, wie wir sie ihm anvertrauen und übergeben, in dessen Hand der Geist ist alles Fleisches und die Seele alles Lebens — geheiligt sei sein Name! Und noch ein Gebet zu Dir Vater im Himmel, bevor dieses Grab sich schließt! Der Eine war seines Vaters einzig Kind, sein letztes, seines Herzens Trost und Freude. Sende ihm den Trost aus deinem Himmelreiche, daß an dem Tage, der mit allen seinen Schrecken und Grauen als ein Ehrentag und Freudentag in unserem Herzen angeschrieben steht, keine blutige Erinnerung hafte und uns allen den Trost, daß aus diesen Gräbern ein neues Leben sprießet. Amen! Es sei mir noch ein Wort vergönnt an meine christlichen Brüder! Ihr habt gewollt, daß die toten Juden da mit Euch ruhen in Eurer, in einer Erde. Sie haben gekämpft für Euch, geblutet für Euch! Sie ruhen in Eurer Erde! Vergönnt nun aber auch denen, die den gleichen Kampf gekämpft und den schwereren, daß sie mit Euch leben auf einer Erde, frei und unverkümmert wie Ihr. Ich habe mir selbst angelobet, daß ich fortan keine Bitte, keine Klage mehr erhebe um meines Stammes Recht. Aber ich bin es mir und ihnen schuldig, daß ich das Wort, das sich mir auf die Lippen drängt, nicht verschließe in meinem Herzen. Ich rede nicht für mich. Mein Lebensweg ist abgeschlossen, geht abwärts und seinem Ende zu. Aber die mit Euch gerungen um das Licht der Wissenschaft und ihre Befähigung bewährt, die mit Euch gekämpft den blutigen Kampf und ihren Freimut und ihre Seelenstärke erprobt, die werden morgen, wenn sie den Lohn ansprechen für ihren Fleiß nicht den Lohn und Ehrensold, nein, das Gebiet, und wäre es noch so beschränkt, noch so klein und eng, von dem Gebiet, daran und darauf sie ihre Tüchtigkeit beweisen könnten, werden sie abmld zurückgewiesen und auf das Leben hingewiesen, das nun seit vielen Jahren und Jahrhunderten unser trauriges, aber unverschuldetes Geschick auf Erden ist. Ihr seid die freien Männer. Gott weiß es, keiner unter Euch allen fühlt es inniger und wärmer, wie viel die Errungenschaft der Hingeschiedenen Tage galt. Nehmet auch uns auf als freie Männer und Gottes Segen über Euch! Ich segne Euch alle, die Tausende Nah und Fern im Namen Gottes des Allmächtigen. Amen! Die WersöHung des Judentums mit dem Ktzristentum. Unter diesem vielverheißenden, jeden Freund des Friedens und der Eintracht angenehm berührenden Titel, ist im Verlage von Gebrüder Knauer in Frank-