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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-05-01 · Heft 5 (1.5.1898) · p. Seite 120

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 5 (1.5.1898)
Date
1898-05-01
Page
Seite 120 (sequence 24)
Language
German
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Tjr&f'Trzr«?-'-,—-» ' 1*7 - r -'''** * '<" ----- ,' .-.--rrrrrrr-r — 120 — welche mit Generälen täglich verkehren können einen Zopf tragen, so braucht dies auch ein Lumpenzopflieferant nicht zu thun. Der Rabbiner schließt sein Gesuch: „Wir bitten daher — den ernstlichen Befehl dahin ergehen zu lassen, daß sich künftighin kein Jude mehr unterstehen solle einen Zopf zu tragen, oder ein solcher zu erwarten habe, daß er ihm durch einen Polizeidiener abgeschnitten wird". Solche Zopfsorgen hat nach einem Jahrhundert die Orthodoxie nicht, dagegen hat sie es in neuester Zeit auf die Zugstiefel abgesehen, wie man aus dem „Israelit" (Jahrg. 1898 S. 181) ersehen kann. Hervorgehoben zu werden verdient die Beilage S. 63—78, in welcher über die Trauerreden berichtet wird, die der Rabbiner gehalten und die in zwei stattlichen Bänden handschriftlich vorhanden sind. Das Verzeichnis nebst erläuternde Bemerkungen von Herrn Dr. Löwenstein ist sehrwertvoll. Von den vielen am Vorabend des Versöhnungstages gehaltenen Reden ist eine gänzlich abgedruckt, die uns ein Bild giebt, wie vor einem Jahrhundert in Synagogen gepredigt wurde. Fundamente israelitischer und jüdischer Geschichte von I. Marquart Dietrichsche Verlagsbuchhandlung, Leipzig. Der Ausdruck „Fundamente", den der Verfasser dieser mit großer philologischer und historischer Sorgfalt ausgearbeiteter Schrift als Titel vorsetzt zeigt von dem Bestreben auf der Wanderung durch das litterarische Trümmerfeld genannt „Altes Testament", wie sich der Verfasser ausdrückt, sichere Marksteine zu finden. So sind denn in der That die vorliegendden Abhandlungen über das Lied der Debora, zur Liste der Edomiterkönige (Gen. 36, 31), die Stammbäume des Samuel und Saul, das Verzeichnis von Davids Helden (2 Sam. 8—39) zur Pauamu-Jnschrift, Davids Familie, Patros, Tetramnestos, die Organisation der jüdischen Gemeinde nach dem sogeuannten Exil, zu den Apokryphen Daniel und Esther äußerst wertvoll und können als Maßstab für die Beurteilung anderer wichtiger Texte dienen, bei denen gleichzeitige oder sehr alte Aufzeichnung teils wahrscheinlich, teils aber umstritten ist. Für die Geschichte des Textes und somit auch für die historische Forschung ist die vorliegende Arbeit ebenso wegweisend wie belehrend. Inhalt: Rede zur Fahnenweihe, gehalten am XV. Stiftungsfeste des akademischen Vereins für jüdische Geschichte und Litteratur zu Berlin am 24. Februar 1898 von Zahnarzt M. Lipschitz, Vorsitzender des „Verbandes alter Herren". — Antisemitismus und Judentum von Henriette Fürth. — Israels Feinde und Vertheidiger von Dr. M. H. Friedländer. — Monatsschau. — Theater, Musik und bildende Kunst. — Referate und Mitteilungen. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner vr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandelbei Franz Benjamin Auffarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L.Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.

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