Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1898)
- Date
- 1898-05-01
- Page
- Seite 119 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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119 haltigen Forschungen auf dem Gebiete der jüdischen Lexicographie, zerstreut in vielen Schriften, war es endlich Zeit, da diese Schriften wegen ihres Umfänges und wegen ihres Kostenpreises nicht jedem zur Hand sein konnten, an die Abfassung eines Handwörterbuches zu gehen, welches jedem Studierenden leicht zugänglich ist. Wir begrüßen darum die Veröffentlichung obgenannten Buches, von einem Fachmanne wie Dr. Gustav Dahlmann bearbeitet, mit Freude, da dadurch in Wahrheit einem dringenden Bedürfnis entsprochen wird und hoffen, daß Fachgelehrte bei genauer Durchsicht des Werkes ihre Bemerkungen dem Herrn Verfasser zur Verfügung stellen werden, die wie jeder Fortschritt auf dem Gebiete der targumisch-talmudischen Lexicographie gewissenhaft für eine etwaige Neuauflage die nötige Beachtung finden wird. Das Lexicon der Abbreviaturen von Rev. G. H. Händler über 7000 Abbreviaturen mit 14000 Auflösungen enthaltend, ist eine willkommene Beigabe, die besonders von jüngeren Studierenden, die sich in die betreffende Litteratur erst einlesen müssen, mit Nutzen zu gebrauchen ist. Für die schöne Ausstattung und den verhältnismäßig billigen Preis (12 Mark für 2 Teile) verdient die bewährte Verlagsbuchhandlung Dank und Anerkennung, die einen ausführlichen Prospekt mit Probe stets gerne auf Verlangen zu versenden bereit ist. — Im Verlage von I. Kauffmann in Frankfurt a. M. ist erschienen: Beiträge zur Geschichte der Inden in Deutschland von Dr. Leopold Löwenstein II. Nathanael Weil, Oberlandrabbiuer in Karlsruhe und seine Familie. Ter gelehrte, durch seine historischen Arbeiten vorteilhaft bekannte Verfasser bietet uns in vorliegender Monographie ein auf Beherrschung der einschlägigen Quellen, die durch ihm zur Verfügung gestellte Handschriften noch bereichert wurden, sich stützendes anschauliches Bild von dem Leben und Wirken des genannten Rabbiners. Herr Dr. Löwenstein, der sich in den Stoff liebevoll versenkt hat. verdient für dieses gediegene Zeugnis seines Fleißes Dank und Anerkennung und sind besonders die Beilagen Seite 40—85 äußerst wertvoll. Besonders interessant ist die auch schon anderweitig bekannt gewordene Eingabe des Karlsruher Rabbiners an das Oberamt vom 22. Februar 1796, die mehr als ganze Bücher spricht und von der unsere modernen Pseudo-Orthodoxen Notiz nehmen sollten, die sich im Lichte derselben wie Abtrünnige ausnehmen, über die sie so gerne klagen. So sollte nämlich keiil rechtschaffener Jude maskiert, auf einen Ball gehen, zumal auch die meisten Maskenkleider mit Leinen und Wolle gemengt find, und zumal Mannspersonen in weibliche Kleider und umgekehrt gehüllt sind. Auch ist das Tanzen mit Weibspersonen verboten, sondern es sollen nur Weibspersonen und Mannspersonen gesondert tanzen, zumal auch seit der Zerstörung Jerusalems alle Lustbarkeit außer an Feiertagen und bei Hochzeiten untersagt ist. Auch gegen das Zopftragen der Herren, die nicht als Juden erkannt sein wollen, da sie dadurch ohne Kopfbedeckung essen und trinken können, wendet sich der eifrige Rabbi an die Regierung. Wenn Ellkan Männle Reutlinger und Feidel Hechinger, meint er,