Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1898)
- Date
- 1898-05-01
- Page
- Seite 116 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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-‘M>V **" Ws — 116 lese Citate aus alle» Gebieten de? Wissens und der Praxis zu geben. Wenngleich der Talmudkenuer in dem 280 Seiten starken Bande manche Jrrtümer entdeckt, so wird er doch mit Genugthuung zur Kenntnis nehmen, daß ein Kritiker des antisemitischen Blattes „Alkomany4 in den Stoßseufzer ausbricht: „Die künftigen Führer der in den Kreisen der Intelligenz immer mehr um sich greifenden antisemitischen Bewegung müssen aus diesem Werke die Überzeugung schöpfen, daß man nunmehr auf Talmud-Motiven keinen Antisemitismus mehr aufbauen kann." Als besonders bemerkenswert verdient hervorgehoben zu werden, daß die Kosten der Drucklegung des Buches Erzbischof Georg von Csaska getragen hat. — Ein Erlaß gegen den Antisemitismus ist an alle Schulleitungen Böhmens ergangen der also lautet: „Die in letzter Zeit in einzelnen Orten des Landes vorgekommenen judenfeindlichen Excesse, welche zum größten Teil sogar in Beschädigung des Eigentums von Personen israelitischer Personen ausarteten, lassen es notwendig erscheinen, der antisemitischen Bewegung besondere Beachtung zu schenken. Die Schule hat in dieser Beziehung dahin zu wirken, daß die Jugend von Allem fern gehalten werde, was der in der Schule zu pflegenden Menschenfreundlichkeit widerspricht. Zufolge hohen Erlasses des Präsidiums des k. k. Landesschulrates vom 2 Februar 1898, Nr. 23 wird den Leitern der öffentlichen und privaten allgemeinen Volks- und Bürgerschulen aufgetragen, den unterstehenden Lehrkräften den Erlaß des hohen Präsidiums des k. k. Landesschulrates vom 8. März 1895, Z. 52, betreffend die Förderung der nationalen und konfessionellen Duldsamkeit an den Schulen in Erinnernng zu bringen mit dem nachdrücklichen Bemerken, daß es die erziehliche Pflicht jeder Lehrperson ist, die Schulkinder zu einer verträglichen Gesinnung auch gegenüber den Angehörigen der israelitischen Konfession anzuleiten, und daß eine jede Lehrperson der Schuljugend in dieser Beziehung nicht nur selbst ein gutes Beispiel zu geben, sondern auch das Verhalten der Schulkinder innerhalb und außerhalb der Schule eifrigst zu überwachen habe". — Man berichtet aus Sudapest: In der glänzend beleuchteten Hofburg fand jüngst ein Ball bei Hofe statt. Über 1500 Einladungen sind versandt worden und über 1000 Personen sind erschienen als Gäste Sr. Majestät. Von jüdischen Persönlichkeiten waren anwesend: Leo Lanezy, Präsident der Handelskammer, die Reichstagsabgeordneten Dr. Arany, Arthur Egyedi, Dr. Rosenberg, Dr. Visontai, Berthold Weiß, Theodor Wolfner; die Konsulen: Dr. Brüll, Dr. Molnar, Josef Frankl und Arthur Altschul. — Vor einiger Zeit ward in Wien sang- und klanglos ein dürftiger Mann, David Schwarz in das Grab gebettet, der einer erhöhter«« Beachtung wert gewesen wäre, dem vielleicht erst die späte Nachwelt die verdiente Anerkennung zollen wird. In Wort und Bild erzählt und zeigt das „Jll. Wr. Extrablstt" vom 28. November wie dieser Heimgegangene ein Genie gewesen, der das schwierige Problem der Lenkbarkeit des Luftballons zu lösen versucht und glücklich auch errungen hat. Indes nun der Arme