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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-03-01 · Heft 3 (1.3.1898) · p. Seite 69

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 3 (1.3.1898)
Date
1898-03-01
Page
Seite 69 (sequence 21)
Language
German
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- 3 r.y-'z-n — 69 —; religiösen Zustände in Amerika ist es, daß der litterarifche Vereinder Studenten am ,i „orthodoxen Rabbinerseminar" in New-Iork an einem Debatten-Abend die Frage: Sind die Ceremonieen ein wesentlicher Bestandteil der Religion? im negativen;j Sinne löste. — Die Gemeinde Tifereth Israel in Eleveland, Ohio, welche bisher Sonntagsgottesdienst neben dem Sabbathgottesdienst hält, geht mit dem Gedanken um, den Sabbatgottesdienst ganz aufzugeben. — Der allgemein geschätzte und geliebte Dr. Sabbato Woreis, Rabbiner der Mikoch Israel-Gemeinde in Philadelphia ist gestorben. Er war einer der Gründer des New-Uorker Rabbiner- Seminars. — In Konstantinopel soll ein spagnolisches Rabbinerseminar mit der Unterstützung der Alliance Israelite Universelle gegründet werden. — In Minsk starb Herr Naftali Maskilleifon, ein hervorragender hebräischer Stilist, bekannt; durch die Edition des chronologischen Werkes „Seder ha Doroth" von Jechiel Holpern (geb. 1660 gest. 1746). Theater, WufiK und bildende Kunst. In der Gesellschaft für Sammlung und Konserviruug von Kunst- und historischen Denkmälern des Judentums in Wien hielt Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann einen Vortrag über das Thema: „Das Judentum und die bildenden Künste". Der Redner entfaltete eine überreiche Belesenheit in den ästhetischen kunsthistorischen Litteraturwerken und erteilte den anwesenden Künstlern und Architekten gar manche verständnisvolle und beachtenswerte Winke zu Vorwürfen, die dem Geiste des Judentums entsprechen würden. Auch ward nachgewiesen, daß Kunst und Künstler zu keiner Zeit bei den Juden Fremdlinge waren. Wie beliebt Musik und Gesang in der grauesten Vorzeit schon bei den Juden gewesen, ersieht man aus den Psalmen, wo der Dichter Himmel, Erde, Meer, Wald und Flur, kurz alles singen läßt und wo auch viele Musikinstrumente genannt werden. Daß Pinsel oder Meißel bis vor einem Säculum bei den Juden wenig oder gar nicht benützt wurden, erklärte der gelehrte Redner damit, daß der jüdische Glaube Gott nicht sinnlich darstellbar anzunehmen zuläßt, indeß die Meisterwerke der griechischen Plastik Götterbilder waren. In jüngerer Zeit haben jedoch auch Juden in Malerei und Bildhauerei Vorzügliches geleistet. Auch forderte der Redner zur Schaffung eines eigenen jüdischen Baustyls für Synagogen auf. Der Gelehrte verstand es im besonderen Maße das Interesse an seinen Ausführungen zu steigern und bis zum Schluffe zu erhalten. — Der königlichen Kammersängerin Fräulein Ternina iu München wurde eine künstlerisch ausgestatte, von Dr. Hermann von Lingg verfaßte und geschriebene Adresse folgenden Wortlauts überreicht : Hochverehrtes Fräulein Ternina! Wer jemals das Glück hatte, hochbegabte Sängerin, den Zander

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