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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-02-01 · Heft 2 (1.2.1898) · p. Seite 48

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 2 (1.2.1898)
Date
1898-02-01
Page
Seite 48 (sequence 24)
Language
German
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48 hat in seinem Beruf, durch Zufall auf die Erforschung jüdischer Kunstdenkmüler hingewiesen, auf seinen vielfachen Reisen ein unerwartet reichhaltiges Material jüdischer Kunstdenkmäler der Vergangenheit vorgefunden und photographieren lassen. Eine große Anzahl solcher Photographien hatte der Vortragende mitgebracht, rmd an der Hand derselben führte er seine Hörer in das noch ziemlich unerschlossene Gebiet jüdischer bildender Kunst ein. Er schied dasselbe in zwei große Gruppen: die dem Heiligen gewidmete Kunst, (in der Synagoge), und die Kunst im täglichen, profanen Leben der Juden. Beide Gruppen scheiden sich wieder in zwei Unterabteilungen: die Kunst nach Außen (Gebäude) und die innere Ausschmückung von Synagoge und Haus. Für Alles zeigte der Redner zahlreiche Beispiele: alte Synagogen aus Deutschland, Frankreich, Italien, der Türkei und dem heiligen Lande, bis zu den Holz-Synagogen Rußland's, herrliche Exemplare der heiligen Lade, Umhüllungen für Thorarollen, Sefer Thora's, selbst der „Jad", der Weiser beim Vorlesen aus der Thora, etc. Aus altjüdischen Häusern 'zeigte er viele Photographien, Gegenstände, die sich nur auf das rein jüdische Leben beziehen, künstlerisch ausgeführte Sabbat- und Chanuka-Leuchter, Besomim-Büchsen, Seder-Schüsseln und manches Andere. Auch Trau-Ringe und Heirats-Verträge, Sterbe-Tafeln und Grabdenkmäler wurden in wechselnder Folge gezeigt. Man sieht, das Gebiet jüdischer Kunst umfasst alle Phasen jüdischen Lebens überhaupt. Herr Direktor Frauenberger hat eine Fülle von Anregungen gegeben und gezeigt, wie man selbst dazu beitragen kann, jüdische Kunstalterthümer aufzufinden und zu sammeln. Er wußte sein Publikum zu fesseln und zu begeistern. Damit diese Begeisterung auch praktische Resultate zeitigt, dazu hat sich bereits in Frankfurt a. M. eine „Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler" gebildet. — Am 5. Januar gelangte im Carl-Theater zu Wien das Schauspiel „Das neue Ghetto" von Theodor Herzl zur Aufführung. Darsteller und Dichter wurden nach jedem Akte stürmisch und häufig gerufen._' Wir bitten um gefällige Einsendung des Abonnementsbetrages für den Jahrgang 1898. Sollte die Einzahlung nicht bald erfolgen, nehme« wir an, daß Nachnahme erwünscht ist. Genaue Adresse für Posteinzahlungen und Werthsendlmg: Di', Adolf Brüll, Frankfurt a. M. Myliusstraße 50. Inhalt: Darwinismus und Zionismus. — W. Windelbaud über Spinoza. — Ueber die Juden in China. — Ein Pionnier des deutschen Handels in Ostasien. — Aus der Trauerrede, gehalten von Prediger I)r. Leimdörfer in Hamburg an der Bahre des Hosrates Bernhard Pollini. — Die Folgen des Antisemitismus in Rußland. — Monatsschau. — Referate und Mitteilungen. — Theater, Musik und bildende Kunst. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner vr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandelbei Franz Benjamin Auffarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenslein), sämtlich in Frankfurt anl Main.

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