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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-02-01 · Heft 2 (1.2.1898) · p. Seite 27

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 2 (1.2.1898)
Date
1898-02-01
Page
Seite 27 (sequence 3)
Language
German
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27 bei der Aufrichtung, König David bei der Befestigung und Vergrößerung und die Makkabäer bei der Wiederherstellung des früheren jüdischen Staates besitzen und anwenden mußten. Auch wird in unseren Zeiten der Gründungsplan eines Staates, der von vornherein nur als Zufluchtsort, als Asyl für Mitglieder einer einzigen Religionsgenossenschaft gelten soll, dem besseren und vernünftigen Teile der Menschheit, unberechtigt, unausführbar und verwerflich erscheinen. Nachdem-nach Jahrtausenden — mit Freuden begrüßt von allen wahren Menschenfreunden — die allgemein gesetzliche und bürgerliche Gleichstellung ohne Rücksicht auf das religiöse Bekenntniß in den meisten maßgebenden Staaten wenigstens principiell zur Geltung gekommen, soll jetzt ein Staat ausschließlich von Angehörigen der jüdischen Konfession gebildet werden, in welchem sogar, um ihm diesen Charakter zu erhalten, Andersgläubigen das Bürgerrecht und vorsichtiger Weise auch der Aufenthalt verboten bleiben müßte. Wenn es aber anders geplant wäre, so daß in dem neuen Staate, wie in anderen Kulturstaaten, auch Angehörige anderer Konfession uneingeschränkte und gleichberechtigte Aufnahme finden sollen, dann würde dieser neue „jüdische" Staat einem „Lichtenberg'schen Messer" — ohne Heft und ohne Klinge — zu vergleichen sein. Wenn er aber ein Staat sein soll, in welchem nur Regierung und Verwaltung ausschließlich Personen jüdischer Konfession Vorbehalten blieben, dann würde ein solcher noch am Wenigsten dem urteilsfähigen Teile unserer Zeitgenossen genügen können. Auch würde die Einrichtung und die Existenz eines jüdischen Staates, gleichviel wie derselbe auch gestaltet sein möge, unter allen Umständen von dem Beistand und Schutze derselben Mächte auch abhängen, deren ungerechten oder gehässigen Behandlung sich die Juden durch Gründung eines besonderen Staates entziehen wollen; daß freundlich gesinnte Mächte allein ihm. diesen Beistand und Schutz unter allen Umständen und gegen alle feindlichen Störungen und Angriffe angedeihen lassen würden, ist nicht zu erwarten, würde aber gegebenen Falles den neuen Staat nur zum Streitapfel eifersüchtiger Mächte machen- Was dies bedeuten würde, wird der nur einigermaßen geschichtlich gebildete Teil der Leser an der Hand der geschichtlichen Erfahrung herausfinden können. Dabei würde der neue Staat, der ja ein Asyl für alle Juden sein soll, die Glaubensgenossen aus allen Ländern aufnehmen können, die durch Verschiedenheit der Sitten und Gewohnheiten und in Allem durch den Mangel einer lebenden und von Allen verstandenen Nationalsprache so bald nicht den Grad von Zusammengehörigkeit erlangen würde, welcher unter den sonstigen so schwierigen Verhältnissen zur Aufrichtung und Erhaltung eines selbständigen Staates vor Allem erforderlich wäre. Auch die in religiösen Anschauungen notorisch vorhandene Spaltung der Juden würde — obgleich dieselbe sich eigentlich nur auf Äußerlichkeiten bezieht —

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