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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-01-01 · Heft 1 (1.1.1898) · p. Seite 21

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 1 (1.1.1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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21 ihr Wirken giebt, neue Mitglieder und Zuweisungen in Form von geeigneten Geschenken zu erlangen. Eine erweiterte Thätigkeit stellt die Gesellschaft in Aussicht, sich selbständig oder im Anschlüsse an bestehende Vereine an Ausgrabungen zu archäologischen und kunsthistorischen Zwecken das Judenthum betreffend zu beteiligen und insbesondere eine umfassende wissenschaftliche Erforschung des heiligen Landes anzustreben und zu fördern. Mögen hierzu die Mittel reichlich fließen und die Bestrebungen Teilnahme finden. Auch in Frankfurt a. M. und in Berlin sind Anregungen zur Gründung ähnlicher Institute gegeben worden. — Ueber ein Drama aus dem Ghetto schreibt Herr Jakob Bodek: Ein Drama ans dem jüdischen Leben, in welchem ganze Scenen im unverfälschten Jargon gespielt werden, und das auf eine wahre Begebenheit zurückgeführt werden kann, gehört wohl zu den Seltenheiten in der Bühnenliteratur. „Malke Schwarzenkopf" betitelt sich ein Schauspiel, in welchem uns die gefeierte polnische Dramenschriftstellerin Gabriele Zapolska das jüdisch-polnische Ghettoleben mit all' seinen Licht- und Schattenseiten lebenstreu vor Augen führt, und auch den Fernestehenden einen klaren Blick auf die socialen, religiösen und culturellen Lebensgewohnheiten der jüdischen Bevölkerung in Polen werfen läßt. Indem sie heute zu den ärmsten und niedrigsten Schichten unserer Glaubensgenossen hinabsteigt, geht Gabriele Zapolska in die Schule Gerhart Hauptmann's. Die Heldin des Stückes, die Tochter eines in elenden Verhältnissen sein Dasein fristenden Trödlers, findet an einer reichen Verwandten eine freigebige Förderin, die für die Erziehung des Mädchens große Summen aufwendet. — Rach dem Ableben ihrer Tante kehrte Malke, die bisher in einem Pensionate zu Breslau die Erziehung genossen, in ihre Heimatstadt Warschau zurück. Hjer wird sie vom Universalerben ihrer Gönnerin, dem Emporkömmling Moriz Silberzweig» mit Geringschätzung ausgenommen. Da ihr dieser jede Unterstützung versagt, begibt sie sich in die Wohnung ihres Vaters, der als Aftermiether eine Stube mit einer mehrköpfigen Familie theilt. Malke sieht sich von nun' ab dem größten Elend preisgegeben, erträgt aber alle Widerwärtigkeiten aus Liebe zum Vater. Sie entspricht auch dem Wunsche desselben, indem sie mit einem ungeliebten, von jedermann wegen seiner Manieren verlachten Manne die Ehe eingeht. Trotzdem aber kann Malke ein bereits aus älterer Zeit stammendes Gefühl, ihre tiefe Liebe zum Advokaten Levy nicht ersticken, den sie während ihres Aufenthaltes in Breslan kennen und lieben gelernt hatte. Nachdem sie vergebens einen schweren Kampf mit sich selbst gekämpft, bittet sie ihren Gatten, in die Scheidung einzüwilligen. Da sie aber bei diesem und dessen Vater auf Hindernisse stößt, vergiftet sie sich gerade in dem Augenblicke, als es den Bemühungen des Advokaten Levy gelungen ist, ihren Gatten zur Einwilligung in die Scheidung zu bewegen- Im Verlaufe des Stückes tritt ». A. ein Marschulik (Spaßmacher) auf, der ebenso wie alle anderen Personen sehr treffend charakterisirt ist. Das Drama wurde in Warschau 116 mal aufgeführt, und findet auch in Lemberg lebhaften Beifall. Was uns aber vor allem dieses Bühnenwerk

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