Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-01-01 · Heft 1 (1.1.1898) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 1 (1.1.1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2969669-2969851-2969853--5276-2974571
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Kapitel „Rassenmischung und Rassenverschlechterung" betont Lombroso, daß von einer Besudlung der Reinheit der europäischen Rassen durch die Juden nicht die Rede sein kann, weil die Juden überhaupt nicht reine Semiten sind und bei ihnen das Ariertum stärker als das Semitentum vertreten ist. Nicht einmal die sprichwörtliche jüdische Nase ist semitisch, welche kurz und klein sein muß. Der ganze Rassengegensatz verflüchtigt sich im Lichte der kraniologischen Forschung. In einem Kapitel „Genies und Reformatoren jüdischer Herkunft" wird darauf hingewiesen, daß die Juden mehr wie einmal an der Spitze der modernen europäischen Bewegung gestanden und daß sie eine verhältnißmäßig größere Zahl von genialen Männern hervorgebracht haben als die übrige Bevölkerung. So haben sich in der Politik Abarbanel, Disraeli, Lassalle, Gambetta ausgezeichnet, in der Methaphysik Spinoza und Maimon in der Satyre Heine, im Journalismus Jung, Wolf in der Musik Meyerbeer, Halevy und auch auf dem Gebiete der Dramchatik, der Tonkunst, der Medizin, der Mathematik, der Philologie und Sozialwissenschaft zeichnen sich die Inden in höherm Maße aus. Auf zu wenig Erde angewiesen fehlt ihrer Wurzel die Möglichkeit der Verbreitung. Kein Wunder, daß die Pflanze des Judenthums kümmerlich und dürftig gewachsen ist; pflanzt sie aber ins freie Erdreich und sie wird sich ausbreiten und mächtigere Zweige treiben als jemals. Beachtenswert ist auch das Kapitel, welches die Ueberschrift „Der Jude und der Fortschritt" trägt. Ein Grund, daß die Juden auf die Bahnen des Fortschrittes getrieben wurden, ist, daß eS ihnen an jenseitigen unirdischen Idealen fehlt. Ferner ist der Gottesbegriff der Juden ein treibendes Element des Fortschrittes, weil er die Vorstellung von der Gleichheit aller Menschen zur Folge hat. Uebertrieben wurde der Reichtum der Juden „In den meisten Städten Europas glebt es viele reiche Juden, aber die große -Majorität dieses Volkes war immer stets arm". (Lrinvixlos of political economyy Edinburgh 1867 p. 17—18). Den Juden verdankt man die Erfindung des Wechsels, die so wichtig ist wie die des Schießpulvers. Die Juden verfolgen, ihnen hier Platz im modernen Leben verweigern, heißt, sie wieder zu schlauen Wucherern machen, sie wieder zu den lächerlichen Gebräuchen der Synagoge zurückzwingen. Lombroso kommt auch auf den Zionismus zu sprechen. Er schreibt: Abgesehen davon, daß die Erinnerung an das Leiden und das Grab Christi das Land zu einem Heiligthum vieler anderer Völker gemacht hat, werde eine jüdische Regierung sich doch nicht halten können. Ein jüdischer Gewalthaber am Grabe Christi wiirde durch seine bloße Gegenwart den christlichen Mysticismus profanieren und zum wütendsten Fanatismus steigern. Soll wirklich eine Auswanderung die Losung sein, so muß ihr Strom nach den überseeischen Centren modernen Lebens nach Australien, Nord- und Südamerika gerichtet werden. Wir haben hier nur Einiges hervorgehoben nnd sind gewiß, daß die Lektüre der Buches viel dazu, beitragen wird die Geister zu versöhnen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.