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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-12-01 · Heft 12 (1.12.1897) · p. Seite 282

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 12 (1.12.1897)
Date
1897-12-01
Page
Seite 282 (sequence 18)
Language
German
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282 commerciellen Zwecken zu verwenden. Der Tempel muß binnen fünf Jahren fertig sein, sonst muß die Cnltusaemeinde der Stadt jährlich 3000 Lire als Strafe zahlen. Sollte aber der Teinpel auch nach zehn Jahren noch nicht gebaut sein, so wird der ganze Vertrag für Null und nichtig erklärt. — In Italien lehren an sämmtlichen 20 Hochschulen 53 jüdische Professoren an allen Fakultäten, von denen drei, Palacco in Padua, Toscano in Nom und Bolaffio in Parma Dekane der juristischen Fakuläten, Sadun in Pisa Rektor der Universität ist. — Herr U. Uisier wurde einstimmig znm Vicebürgermeister in Amersfoort (Holland) gewählt, erklärte aber, auf die Ehre verzichten zu müssen, weil der Stadtrath seine Sitzungen am Samstag abhalte. Um es Herrn Visier zu ermöglichen, dies Amt doch anznnehmen, bestimmte der Stadtrat, daß künftighin die Sitzungen am Montag stattzufinden haben. — Kronprinz und Kronprinzessin von Italien besuchten jüngst die spanisch-portugiesische Synagoge in Amsterdam. Die königlichen Hoheiten interesiirten sich sehr für ein altes Thora-Exemplar, das von Spanien von einem der ältesten Mitglieder der Gemeinde gebracht wurde, wie für die kostbaren antiken Schätze der Synagoge. — Auf dem „Religionswissenschaftlichen Congreß" in Stockholm hielt Herr Rabbiner Professor Klein einen Vortrag über „Religion und Moral". Er betonte wie Religion und Ethik bei den Alten geschieden wäre, während sie dagegen bei den Juden vereinigt wurden. Unsere Zeit versucht sie, berauscht von den naturwissenschaftlichen Erfolgen, wieder zu trennen. Eine solche Trennung leite aber doch zur Herrschaft der sinn» lichen Triebe, zur Verwerfung aller Autorität u. s. w. Redner erwähnt dann die ethischen Gesellschaften in England und Amerika und berichtet über Gizickys Werk „die Begründung der Moral". Dann gab er eine Definition der Religion. Die prophetische Religion im alten Israel dürfte die höchste sein. Sie wäre mehr als eine andere frei von Magie, Priesterlist u. s. w., und sie hätte sich lebenskräftiger als eine andere erwiesen. Sie wäre daher das geradezu klassische Vorbild, dem die Leitung zukomme, ebenso wie die Leitung in der Kunst den alten Griechen zukomme, zu denen die Künstler aller späteren Zeiten als dem Höchsten, das auf diesem Gebiete bekannt sei, zurückgegangen wären. So wäre auch die Religion Israels das Höchste und Normgebende auf diesem Gebiet, sie wäre die Religion der Menschheit. „Du sollst Gott im Geist und in Wahrheit anbeten", dies Wort wäre von Semiten ausgesprochen. Die Religion Israels stände ebenso allein auf religiösem Gebiet, wie die griechische Kunst auf dem ihrigen. Derjenige, der das Wesen der Religion kennen wolle, müsse ins Land der Propheten gehen und ebenso deren Sprache verstehen. In dieser fände man im Alten 'Testament Definitionen der Religion. Zum Schluß wolle Redner die ansgestellte Frage dahin beantworten, daß Religion und Moral eins sei, beide sprächen dasselbe mit verschiedenen Worten aus. Keine Religion oder Moral hätte einen solchen Einfluß auf Völkerschaft und Individuen gehabt, wie das aus des Judentum hervorgegangene Christentum. — Die Grundlagen einer Agrarorganisation für landbesitzliche Hebräer in den Gon»

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