Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1897)
- Date
- 1897-11-01
- Page
- Seite 264 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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264 21000 Mark. — Das wunderlichste Bibelformat dürfte, wie „Afrika" mitteilt, bei der jüngsten Veröffentlichung der britischen Bibelgesellschaft zur Anwendung gekommen sein. Es ist die Übersetzung der heiligen Schrift in die Sprache von Uganda. Der Band ist hoch, aber nur drei Zoll breit und ebenso dick. Die Veranlassung zn dieser seltsamen Buchform ist eine höchst eigenartige. Die weißen Ameisen und andere gefräßige Insekten zerstören in Jnnerafrika binnen Kurzem alle Bücher, die nicht ganz gut verwahrt sind. Da sind die Sendboten der kirchlichen Missionsgesellschaft auf den Gedanken gekommen, die Biscuitblechdosen einer englischen Firma, die in Uganda in großer Menge eingeführt werden, als Bücherfutterale zu benutzen. Daher die eigenartigen Maße der neuen Uganda-Bibel. Die Blechdosen sind gerade groß genug, um ein Bibelbuch, eine kurzgefaßte Bibelerklärung und ein Büchlein mit Gebeten und Liedern, alles in der Sprache der Eingeborenen, zu bergen. — Vor drei Jahren hat der Rabbiner der Drürer Cultusgemeinde Herr Dr. Adolf Kiach im Jahresberichte des dortigen k. k. Obergymnasiums, an dessen israelitische Schüler er den Religionsunterricht erteilt, eine Abhandlung geschrieben über das Thema: „Wie soll der israelitische Religionsunterricht an Gymnasien erteilt werden" und im heurigen Jahresberichte stellte sich derselbe Herr wieder mit einer recht interessanten Arbeit ein: „Biblische Sprache und biblische Motive in Wieland's Oberon." — Der bekannte Volksschriftsteller und katholische Stadtpfarrer in Freiburg i. B., Heinrich Hansjakob ist nicht frei von antisemitischen Vorurteilen und Schlagwörtern. Aber er bekommt es doch fertig, in seinem Werke „Dürre Blätter" (Heidelberg 1890. Bd. II. S. 79) über Heinrich Heine folgendes zu schreiben: „Diejenigen Leute, denen der Name Heinrich Heine ein Gräuel ist, haben seine Schriften allermeist gar nicht gelesen. Heine ist und bleibt eins der größten Dichtergenies unserer deutschen Litteratur, und bei einem Genie kann man immer lernen- Man mag Heine mit Recht frivol, cynisch, religionslos nennen, aber es finden sich bei ihm trotzdem noch so viele Perlen edelster Art, daß auch der strengste Cato ihn lesen kann mit Genuß und Nutzen. Seine Lyrik und sein Humor sind von zauberhafter Macht, jene begeisternd, diese unterhaltend." Inhalt: Des Judentums Anteil an der Religion der Zukunst. — Zum 50. Todestage des Rabbiners Abr. Kohn in Lemberg. — Monatsschau. — Theater, Musik und bildende Kunst. — Referate und Mitteilungen. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner Dr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.