Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1897)
- Date
- 1897-11-01
- Page
- Seite 262 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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262 bearbeitet und wesentlich vervollständigt, bietet das Werk nicht blos ein treues Spiegelbild des arbeitsreichen Lebens des Schriftstellers, sondern auch der Zeit, deren Kämpfe er miterlebt und mitgestritten hat, wie der Menschen, mit denen er in Berührung gekommen. Von 1838, wo der 21jährige Student und Dichter zuerst nach Berlin kam, bis in unsre Tage hinein hat es kaum einen hervorragenden Schriftsteller und Politiker gegeben, von dem Ring nicht ein fesselndes Bild oder doch interessante anekdotische Züge zu berichten wüßte. Hervorgehoben sei namentlich sein Verkehr mit Lassale, der Bettina, mit den Fürsten Piickler-Muskau und Felix Lichnowski, mit Gottfried Keller und Karl Gutzkow, Berthold Auerbach u. v. A.; als Theater-Kritiker lernte er zudem fast alle bedeutenden Schauspieler und Bühnenleiter des Jahrhunderts kennen. Das Buch, aus dem eben einige Kapitel in Franzos' „Deutsche Dichtung" erscheinen, wird im Herbst d. Js. im Verlage der Concordia Deutsche Verlags-Anstalt in Berlin zur Ausgabe gelangen und sicherlich nach Verdienst als eine wertvolle Bereicherung unserer Memoiren-Litteratur begrüßt werden. - Bekanntlich war es dem berühmten Taldmudforscher K. U. Kabbinovir; nicht vergönnt, sein groß angelegtes Werk „Dikduke Sofrim", Varianten zur Mischna und zum babyl. Talmud zu Ende zu führen, da ein früher Tod den Gelehrten ereilte. In seinem Nachlaß befand sich jedoch das Manuscript zu einem XVI. Teil, den wichtigen Tractat Chulin umfassend, welcher jetzt durch Subvention des Vereins zur Förderung jüd. Wissenschaft bearbeitet und vermehrt von Dr. Heinrich Ehrentreu zur Ausgabe gelangte. Der Preis dieses 52 Bogen umfassenden Werkes beträgt M. 6.—. (Vorrätig bei I. Kauffmann, Buchhandlung, Frankfurt a. M.) — Im Verlage von Ernest Lereur in Maris (rue Bonaparte 28) ist erschienen „Oeuvres compMtes de R. Saadia ben Josef Al Fajjiümi publiees sous la direction de 8. Derenbourg membre de l’institut." Im Jahre 1892 gründete der im Jahre 1895 verstorbene Orientalist Herr Josef Derenburg aus Anlaß des Milleniums Saadias eine Gesellschaft, die sich die Herausgabe sämtlicher Handschriften des Gaon zur Aufgabe machte und vorliegendes Werk in vier Bänden enthält die Arbeiten der Saadia-Forscher unter Leitung Prof. Lainbert's und Hartwig Derenburgs, und zwar die arabische Übersetzung zum Pentateuch (bearbeitet von Josef Derenburg), Übersetzung und Commentar zu Jesaia (bearbeitet von Josef und Hartwig Derenburg), und zum Buche der Sprüche (bearbeitet von Josef Derenburg und Prof. Lambert), sowie eine Sammlung halachischer Schriften, welchen letzteren Teil hauptsächlich der verstorbene Dr. Joel Müller fertig stellte mit Unterstützung von Salomon Fuchs und Prof. Harkavy. — Herr Rabbiner Dr. I. Kahan schreibt am Ende eines Aufsatzes über „Die Kopfbedeckung" in der „Neuzeit": Maimonides schreibt (Hil. Tephilla V, 5): Man stelle sich nicht beten mit der Geldtasche, mit entblößtem Haupte, oder mit entblößten Füßen, wenn es Landessitte ist, daß man vor Großen nur mit Schuhen hintritt. Hier ist also das bekannte Prinzip