Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1897)
- Date
- 1897-10-01
- Page
- Seite 240 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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240 denselben herantrat, die eben vakante Lehrstelle für Violine am Kgl. Konservatorium in Bukarest anzunehmen, wozu er sich auch nach einiger Überlegung entschlossen hatte, so daß er bis 1. September 1900 als Professor des Violinspiels an das Kgl. Konservatorium in Bukarest gebunden ist. Herr Karl Flesch im Jahre 1873 geboren, ist der einzige Jude, welcher sich in rumänischen Staatsdiensten befindet. — Bei der am 16. September erfolgten Eröffnungsvorstellung des reconstruierten Burgtheaters in Wien ist Lessiug's „Nathan der Weise" gegeben worden. Man wird sich zu erinnern wissen, daß von antisemitischer, mehr aber von deutsch-volklicher Seite gegen die Aufführung dieses „verjudeten" .Schauspiels eine systematistische Hetze betrieben worden ist und darf man in dieser Aufführung bei der feierlichen Eröffnung ein nicht zu unterschätzendes Symptom erblicken. — Über den sechszehnjährigen Geigenvirtuosen Jakob Gurwitsch aus Gdessa schreibt ein Berliner Kunstkritiker: „Die Wirkung seines außergewöhnlich beseelten Vortrages ist eine geradezu elementare. Seine Technik steht ebenfalls in Anbetracht seiner großen Jugend auf einer bedeutenden Höhe, so daß für die Zukunft noch viel Schönes von ihm zu erwarten ist." — Das berühmte allegorische Gemälde „Prophetische Erscheinungen" von Professor Gerolamo Uavarra ist in der Permanenten Industrie- und Gewerbe-Ausstellung in Kerlin ausgestellt. Ein Kunstreferent schreibt über den Meister und sein Werk: „Der bekannte italienische Künstler, ein Enkel des Rabbino maggiore in Verona, verstand es, die Achtung und Bewunderung, die er für das Judentum hegt, in diesem Gemälde in großartiger Weise zum Ausdruck zu bringen. Die Versinnlichung der einzelnen Charaktereigenschaften des Judentums, die Mäßigkeit mit den Vorzügen des Familienlebens, die Wohl» thätigkeit und die Vaterlandsliebe hat Prof. Navarra durch harmonisch an einander gereihte Figuren mit Meisterhand durchgeführt. Um die Arbeit und die Zähigkeit scharen sich der Handel, die Industrie, die schönen Künste und die Wissenschaften. Allen voran schreitet die Tochter Israels, ausgerüstet mit den Vorzügen des Herzens und des Geistes, die sie aus dem Glauben geschöpft, ihrem ersehnten Ziele, nämlich dem Frieden und dem Fortschritt, der Wahrheit, Gerechtigkeit und Brüderlichkeit entgegen. Das ganze Gemälde zeigt das große Können des Meisters, seine Gewandtheit in der Pinselführung und seine Begeisterung für das Judentum. — Inhalt: Der Zionisten-Congreß in Basel. — Rede des methodistischen Predigers Herrn Dr. Thompson bei der Grundsteinlegung des Tabernakels der ersten Synagoge in Buenos Aires, gehalten am 27. Juni 1897. — Aus einer Rede gehalten am Schlüsse des BersöhnungstageS von Rabbiner Dr. N. Brüll s. A. — Die Judenlandtage in Hessen-Kassel. — Das Wasser des Lebens. Legende nach Herder. — Ans dem Leben Moritz Hartmann's — Unser Israel. — Die Sprüche der Väter und ihre historischen Beziehungen von Rabbiner Dr. Friedmann in Lublinitz. — Gedichte von Julius Jakob Strauß. Verlag von P. Friesenhahn in Leibzig. — Monatsschau. — Theater, Musik und bildende Kunst. — Inserate. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner vr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.