Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1897)
- Date
- 1897-10-01
- Page
- Seite 236 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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236 vollen Erfolg zu verzeichnen. In einer durch den Vorstand der Synagogen-Gemeinde Breslau am 27. Juni d. I. nach der Hauptstadt Schlesiens einberufenen Versammlung von Gemeinde - Deputirten wurde der „Verband der Synagogen - Gemeinden der Regierungsbezirke Breslau und Liegnitz" konstituirt. Dem neuen Verbände, dessen Ausschuß sich zusammensetzt aus den Herren Stadtrat Pringsheim (Vors.), Amtsger.-Rat Wollstein (stellv. Vors.), Rabbiner Dr. Guttmann (Schriftführer), Dr. med. C. Reich (Schatzm.), sämtlich in Breslau, sowie Cohn in Liegnitz, Justiz- Rat Friedmann in Glogau, Em. Katz in Görlitz, Justiz-Rat Ledermann in Hirschberg und Lomnitz in Schweidnitz haben sich bereits die nachfolgenden 29 Gemeinden angeschlossen: a) Im Regierungsbezirk Breslau: Bernstadt, Breslau, Brieg, Canth, Freiburg, Glatz, Guhrau, Löwen, Militsch, Münsterberg, Namslau, Nenmarkt, Ohlau, Pransnitz, Reichenbach, Schweidnitz, Strehlen, Striegau, Trachenberg, Waldenburg, Wartenberg und Wohlan, d) Im Regierungsbezirk Liegnitz: Bunzlau, Glogau, Görlitz, Hirschberg, Liegnitz, Löwenberg und Sagan. Das Verdienst der eifrigen und hochherzigen Männer, denen das Gelingen des schönen aber schwierigen Werkes zu danken ist, wird dadurch gesteigert, daß sie im Sinne der Beschlüsse des VII. Gemeindetages vom Jahre 1896 in 8 1 der Statuten des neubegründeten Verbandes zum Ausdruck bringen, daß dieser sich als Zweigverband des Deutsch- Israel. Gemeindebundes betrachtet und demgemäß sich verpflichtet, ein Zehntel der jährlichen Mitgliederbeiträge an den D.-J. G-B. in Berlin abzuführen. In dieser regen Bethätigung der Hingabe an das große Ganze erblicken wir die sicherste Gewähr auch für das Gelingen der besonderen Ziele des Verbandes, dem wir im Interesse derGesammtheit des deutschen Judentums nicht minder wie in seinem eigenen. Wachstum, Blüte und fröhliches Gedeihen und — baldige Nachahmung wünschen." — Dem polnischen Heine-Übersetzer und Geschichtsforscher, Rechtsanwalt Alexander Kraushaar in Warschau ist vom neuen Beherrscher von Schaumburg-Lippe das Ehrenkreuz für wissenschaftliche Verdienste verliehen worden. Kraushaar hat in einer Reihe von Quellenstudien zur Lippeschen Geschichte, insbesondere in dem Werke über „Siegmund v. Unruh" das ausschließliche Erbrecht des Grafen Ernst von Lippe-Biesterfeld verfochten. — In Drrslau gedenkt der Vorstand einen Sonntagsgottesdienst neben dem Sabbatgottesdienst einzuführen. — In Lissa t. P. starb am 4. August im Alter von 72 Jahren der bekannte Gymnasial-Oberlehrer a. D. Herr Professor Julius Toeplitz nach kurzem Krankenlager. Der Entschlafene gehörte durch zwei Jahrzehnte dem Synagogenvorstande an und war lange Mitglied der Stadtverordneten-Versammlung. Herr Rabbiner Dr. Säiü widmete ihm einen tiefenipfundenen Nachruf. — Herr Generalkonsul Franz Philipps»« in Krüssel hat der „Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums" eine Spende im Betrage von 15000 Mark zur Begründung eines Pensionsfonds für die Dozenten der Anstalt überwiesen, und zwar in Erinnerung an den Mitbegründer der Hochschule, seinen unvergeßlichen Vater Dr. Ludwig Philippson. Möge diese That zur Nach-