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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-10-01 · Heft 10 (1.10.1897) · p. Seite 232

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 10 (1.10.1897)
Date
1897-10-01
Page
Seite 232 (sequence 16)
Language
German
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V> 4 -V-1 - M .**tWt*¥t.*»-W 4i-«*wrV, Are Sprüche der WäLer und ihre Historischen WeZieHungen von Rabbiner Dr. Friedmann in Lnblinitz. 18. „Wer die Gesammtheit tugendhaft macht, durch den kommt man nie zur Sünde, und wer die Gesammtheit zur Sünde verleitet, dem gibt man keine Gelegenheit, Buße zu thun. Mose war tugenhast und machte die Gesammtheit tugendhaft, und darum haftete das Verdienst der Gesammtheit an ihm, denn es heißt (Dt. 33, 21): Die Gerechtigkeit des Ewigen hat er geübt, und seine Rechte waren mit Israel;" Jeroboam, der Sohn des Nebat, sündigte und verführte die Gesammtheit zur Sünde, und darum haftete die Sünde der Gesammtheit an ihm, denn es heißt (1 Kön. 14, 16, 15, 30): „Wegen der Sünden Jeroboam's, welcher gesündigt und Israel zur Sünde verführt hat." — Hier ist mit derselben Tendenz und aus denselben Gründen, wie bei den vorhergehenden Sprüchen, der biblische Jeroboam dazu verwandt worden, um den Urheber des Christentums darzustellen. In Sonderheit wendet sich unser Spruch wohl gegen die Lehre von der Versenkung in die ewige Gnade, dagegen daß Jesus im Voraus für die Sünden aller Geschlechter gebüßt habe: Nicht die ewige Gnade Aller, sondern vielmehr die Sünde der Gesammtheit hafte an ihm. 19. „An wem diese drei Eigenschaften gefunden werden, der gehört zu den Schülern unseres Vaters Abraham, und (an wem) drei andere Eigenschaften (bemerkt werden), der gehört zu den Schülern Bileam's, des Frevlers: Wohlwollen, Bescheidenheit und Demut sind Merkmale der Schüler unseres Vaters Abraham; aber Mißgunst. Stolz und Hochmut sind Merkmale der Schüler Bileam's, des Gottlosen. Welcher Unterschied zeigt sich zwischen den Schülern unseres Vaters Abraham und denen des Frevlers Bileam? Die Schüler unseres Vaters Abraham genießen in dieser Welt und erben die künftige Welt, denn cs heißt (Spr. 8, 21): „Meinen Freunden Habe in Besitz zu geben, und ihre Schätze fülle ich"; aber die Schüler des Frevlers Bileam erben die Hölle und fahren in die Grube des Verderbens, denn es heißt (Ps. 55, 24): Ja, Du, o Gott, läßt sie hinabfahren in die Grube des Verderbens, die Männer des Blutes und des Truges werden in ihres Lebens Mitte dahingerafft; doch ich vertraue auf Dich." — Dieser Spruch schließt sich in Sinn und Tendenz den vorhergehenden Sprüchen eng an; nur daß die Erbitterung, welche die Juden jener Zeit gegen die Jünger und Anhänger Jesu erfüllte, in diesem Spruche noch stärker zum Ausdruck kommt. — Wurde in den vorhergehenden Sprüchen mit dein biblischen Korach und Jeroboam auf Jesus hingewiesen, so steht hier Bileam zu seiner Bezeichnung (vergl. G. Rösch, Theol. Stud. u. Kr.' 1878 S. 516—521), welcher gewissermaßen die bösen Eigenschaften der beiden Anderen in sich vereinigte, indem er zuerst aus Stolz, Hochmut

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