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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-09-01 · Heft 9 (1.9.1897) · p. Seite 215

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 9 (1.9.1897)
Date
1897-09-01
Page
Seite 215 (sequence 23)
Language
German
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215 der Juden, der stets mit Wort und That für seine bedrückten Glaubensgenossen eingetreten ist. Er war auf der Insel Jamaica im Jahre 1817 geboren, studierte an der Londoner Universität und widmete sich der Justiz, in welcher er glänzende Carriere machte. Der Verstorbene erfreute sich bei Juden und Christen des höchsten Ansehens. — Herr Dr. Kalischer, Rabbiner an der jüdischen Gemeinde zu Kopenhagen, hat nach vierjähriger Thätigkeit daselbst den Vorstand um seine Entlassung ersucht. Derselbe hat sich im Laufe seiner dortigen Wirksamkeit als Rabbiner und Prediger vorzüglich bewährt. — In Amsterdam hat sich ein Verein zu dem Zwecke gebildet, das Haus, in welchem Spinoza (in Rheinsberg bei Leyden) von 1660—63 gelebt hat, zu erwerben, und in ein Spinozamuseum umzuwandeln. — Die Emanuel-Gemeinde in Chicago, welche ihren Gottesdienst 'in einer für den Sabbath gemieteten Baptistenkirche hält, hielt den Wochenfestgottesdienst am Sonntag gemeinsam mit der Baptistengemeinde. Der Pastor beteiligte sich an der Konfirmation der jüdischen Kinder. Theater, Wufik und bildende Kunst. Ans Paris berichtet man: Der Maler Edouard Emiley Pereira Srandon, dessen meisterhaft ausgeführte Fresken in Santa Brigitta in Rom so berühmt geworden sind, ist gestorben. 1831 als Sohn portugiesischer Juden in Lissabon geboren, studierte er bei Montfort in Paris. Corot war sein intimer Freund. — Der berühmte Bildhauer Antokolsky hat den Auftrag erhalten, für das Nationalmuseum eine Statue Alexander III. auszuführen. — Der Maler Max Liebermann hat auf der Berliner Kunstausstellung vom Kaiser den ersten Preis, die große goldene Medaille erhalten. — Als „Rienzi" erschienen war, schickte Wagner einen Klavierauszug an Gffenbach niit der Bitte um sein Urteil. Offenbach, damals auf dem Zenit seines Ruhmes, sandte nach drei Wochen den Band mit der Aufschrift zurück: „Lieber Wagner! Ihre Musik ist nicht viel wert; bleiben sie lieber bei der Schriftstellerei!" Offenbach hatte nämlich verschiedene Aufsätze von Richard Wagner gelesen, die ihm gefallen hatten. Wagner war empört über dieses Urteil, und als nicht lange darauf seine Broschüre: „Das Judentum in der Musik" erschien, sandte er sogleich auch davon ein Exemplar an Offenbach. Nach zwei Tagen schon hatte er es wieder zurück, diesmal mit der Aufschrift: „Lieber Wagner! Ihre Schriftstellerei ist recht nnnütz; bleiben Sie doch lieber bei der Musik!" — Herr Carl Wolfsohn in Ghirago hat der Stadt ein Beethoven-Monument zum Geschenk gemacht, welches feierlich enthüllt wurde. — In Kielitz, ihrem Heimatsort, gab Frl. Selma Kur; von der Oper in Frankfurt a. M. ein Concert mit glänzendem Erfolge. — Die „Wiener Zeitung" meldete jüngst die Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone an den am 30. Juni nach dreißigjähriger

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