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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-09-01 · Heft 9 (1.9.1897) · p. Seite 211

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 9 (1.9.1897)
Date
1897-09-01
Page
Seite 211 (sequence 19)
Language
German
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/ — 211 — Dleichröder in Der!in testamentarisch angeordnete, mit einem Kapital von einer Million Mark dotirte milde Stiftung, welche zu Ehren seines Vaters den Namen „Samuel Bleichröder-Stiftung" führen soll, ist nun ins Leben getreten. In diesen Tagen ist den Testaments-Vollstreckern der Erlaß des Königs vom 12. Mai d. I. zugestellt worden, wonach der Stiftung die Genehmigung erteilt und derselben auf Grund des Statuts vom 28. November 1896 die Rechte einer juristischen Person verliehen worden. Zweck der Stiftung ist: bedürftigen, lungenkranke» Personen, die nicht als unheilbar zu erachten sind, ärztliche Behandlung und Pflege in einem eigenen Krankenhause unentgeltlich zu gewähren. Es wird für 20 Betten bestimmt. Der Heilstättenverein hat unter Zustimmung der Testamentsvollstrecker ein größeres schön und gesund gelegenes Waldareal bei der Stadt Bilzig erworben, von welchem der Bleichröder-Stistung ein erheblicher Anteil eigentümlich überlassen ist. Dort baut das Kuratorium der Samuel Bleichröder-Stistung das Krankenhaus selbständig und ans eigene Kosten und soll sich daran die Errichtung der dem Verein notwendigen Baulichkeiten anschließen. — In Derlin starb der Chemiker Herr Dr. Julius Aron geboren 1840 zu Bublitz. Derselbe hat sich um den wissenschaftlichen Ausbau der Thonindustrie hervorragend verdient gemacht. Er hat insbesondere das Studium der Thonanalyse sich angelegen sein lassen und auf diesem Gebiete Namhaftes geleistet. Durch Begründung der „Thon-Jndustrie- Zeitung" schuf er für die Thonindustrie eine» litterarischen Mittelpunkt. Weiterhin richtete Aron ein Laboratorium für Untersuchungen zur Thontechnik ein, aus dem der Thontechnik wichtige Lehren und Ratschläge für den Ausbau und die Vervollkommnung ihrer Technik und ihres Betriebes zngekommen sind. — Der Privatdozent in der medizinischen Fakultät in Heidelberg Herr Dr. Julius Schottländer ist zum außerordentlichen Professor ernannt worden. — Am 9. Juli wurde der neue israelitische Friedhof in Karlsruhe durch Herrn Stadtrabbiner Dr. Appel eingeweiht. Es ist dies der dritte, seitdem Karlsruhe besteht. Der erste israelitische Friedhof wurde am 9. Juni 1826 und der zweitte am 9. Juni d. I. geschlossen. — Gegen den Zionismus erließ der geschäftsführende Vorstand des Rabbinerverbandes in Deutschland unter dem 6. Juli folgende Erklärung: „Durch die Einberufung eines Zionistenkongresses und durch die Veröffentlichung seiner Tagesordnung sind so irrige Vorstellungen über den Lehrinhalt des Judentums und über die Bestrebungen seiner Bekenner verbreitet worden, daß der Unterzeichnete Vorstand des Rabbinerverbaudes in Deutschland es für geboten erachtet folgende Erklärung abzugeben: „1) Die Bestrebungen sogenannter Zionisten, in Palästina einen jüdisch-nationalen Staat zu gründen, widersprechen den messianischen Verheißungen der Judentums, wie sie in der heiligen Schrift und den späteren Religionsquellen enthalten sind. 2) Das Judentum verpflichtet seine Bekenner/ dem Vaterlande, dem sie angehören, mit aller Hingebung zu dienen und dessen nationale Interessen mit ganzein Herzen und mit allen Kräften zu fördern.

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